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Häufige psychische Störungen bei Mördern

Häufige psychische Störungen bei Mördern

Nicht jede psychische Störung erhöht das Risiko für Gewalttaten in gleichem Maß, und die allermeisten Menschen mit einer solchen Diagnose werden nie gewalttätig. Bei einzelnen verurteilten Mördern lassen sich jedoch bestimmte Störungsbilder auffällig häufig nachweisen. Dieser Artikel ordnet die wichtigsten davon anhand konkreter, dokumentierter Fälle ein.

Antisoziale Persönlichkeitsstörung (ASPD)

Menschen mit ASPD zeigen ein chronisches Muster von Missachtung und Verletzung der Rechte anderer, oft verbunden mit Impulsivität, Falschheit und einem auffälligen Mangel an Reue. Diese Störung gilt als die bei Serienmördern am häufigsten diagnostizierte, Ted Bundy etwa wird in der forensischen Literatur regelmäßig als Beispiel für ausgeprägte Psychopathie im Rahmen einer ASPD angeführt, gepaart mit oberflächlichem Charme, der es ihm ermöglichte, das Vertrauen seiner Opfer zu gewinnen.

Paranoide Schizophrenie

Schizophrenie ist gekennzeichnet durch Halluzinationen, Wahnvorstellungen und gestörtes Denken, Betroffene haben oft erhebliche Schwierigkeiten, Realität von Wahn zu unterscheiden. Gewalt durch unbehandelte Schizophrenie bleibt statistisch die Ausnahme, doch wenn sie auftritt, ist der Zusammenhang oft unmittelbar erkennbar: Richard Trenton Chase, der 1977/1978 in Sacramento sechs Menschen tötete, litt an einer unbehandelten paranoiden Schizophrenie mit der wahnhaften Überzeugung, sein eigenes Blut verwandle sich in Pulver, weshalb er glaubte, fremdes Blut trinken zu müssen, um zu überleben. Sein Fall gilt bis heute als Lehrbeispiel dafür, wie unbehandelte psychotische Wahnvorstellungen unmittelbar in tödliche Gewalt münden können.

Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPD)

Menschen mit BPD haben instabile zwischenmenschliche Beziehungen, ein verzerrtes Selbstbild und intensive, schwer kontrollierbare emotionale Reaktionen. Bei Tötungsdelikten im Zusammenhang mit BPD handelt es sich seltener um geplante, sondern häufiger um impulsive Taten, die aus akuten emotionalen Krisenzuständen heraus entstehen, etwa im Kontext instabiler Paarbeziehungen.

Paranoide Persönlichkeitsstörung

Anders als bei Schizophrenie bleibt bei der paranoiden Persönlichkeitsstörung der Realitätsbezug grundsätzlich erhalten, Betroffene sind jedoch dauerhaft extrem misstrauisch und unterstellen anderen ohne ausreichende Anhaltspunkte feindselige Absichten. Das kann zu Gewalt führen, die von den Tätern selbst als vermeintliche Selbstverteidigung gegen eingebildete Bedrohungen wahrgenommen und gerechtfertigt wird.

Depressionen und bipolare Störungen

Schwere Depressionen und bipolare Störungen führen nur in seltenen Ausnahmefällen zu Fremdgewalt, häufiger richtet sich die mit ihnen verbundene Verzweiflung nach innen. Wenn es dennoch zu Gewalttaten kommt, geschieht dies meist während akuter manischer oder depressiver Krisen mit stark eingeschränkter Impulskontrolle, seltener als Ergebnis langfristiger Planung.

Fazit

So unterschiedlich diese Störungsbilder sind, keines von ihnen erklärt für sich allein eine Gewalttat. Erst das Zusammenspiel aus Diagnose, individueller Biografie und situativen Auslösern erklärt, warum die überwältigende Mehrheit der Betroffenen nie gewalttätig wird, während es in Einzelfällen wie bei Chase oder Bundy zu extremer Gewalt kommt.

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