William Sanchez de Pina Hepper
- Mörder — Hove , Großbritannien
- Aktive Jahre
- 1954
- Modus Operandi
- VergewaltigungErwürgen
Ein gebrochener Arm sollte für die kleine Margaret Spevick eigentlich nur eine lästige Unterbrechung des Alltags sein. Stattdessen wurde er zum Vorwand, mit dem ein Mann sie 1954 in sein Atelier lockte, aus dem sie nicht mehr lebend herauskam. Der Täter, William Sanchez de Pina Hepper, war zu diesem Zeitpunkt 62 Jahre alt, ein Maler mit Kontakten bis in den britischen Geheimdienst, und niemand in seinem Umfeld hätte ihm eine solche Tat zugetraut.
Ein Leben zwischen Kunst und Spionage
William Sanchez de Pina Hepper wurde 1892 geboren und arbeitete zeitweise als Übersetzer für die BBC. Während des Zweiten Weltkriegs soll er zudem als Spion für die Vereinigten Staaten in Spanien tätig gewesen sein, ein Umstand, der später in der Presseberichterstattung über den Mordfall immer wieder auftauchte. Hauptberuflich lebte er jedoch von der Malerei. Er unterhielt eine Wohnung in Chelsea, London, und ein Atelier in Brighton an der englischen Südküste, wo er Auftragsporträts anfertigte.
Margaret Rose Louise Spevick, elf Jahre alt, war mit seiner Tochter Pearl befreundet. Als sich das Mädchen bei einem Unfall den Arm brach, schrieb er einen Brief an ihre Mutter. Darin bot er an, Margaret könne den Arm in seinem Atelier in Brighton ausruhen und ihm dabei als Modell sitzen. Für die Familie klang das nach einer harmlosen Geste eines Bekannten.
Die Tat
Am 3. Februar 1954 reisten William Hepper und Margaret gemeinsam nach Brighton. Am folgenden Tag, dem 4. Februar, brachte er sie tatsächlich in ein Zimmer, Nummer 14 im Haus 112 der Western Road im benachbarten Hove. Dort vergewaltigte und erwürgte er das Mädchen, vermutlich mit der Schlinge, die eigentlich ihren verletzten Arm stützen sollte. Als die Polizei später den Raum durchsuchte, stand auf der Staffelei ein unvollendetes Porträt der Toten, offenbar hatte er tatsächlich mit dem Malen begonnen, bevor oder nachdem er sie tötete.
Margarets Mutter meldete ihre Tochter als vermisst, nachdem sie nicht wie verabredet zurückgekehrt war. Am 7. Februar 1954 wurde die Leiche des Mädchens entdeckt. Der Täter war zu diesem Zeitpunkt bereits über den Ärmelkanal nach Spanien geflohen.
Festnahme und Auslieferung
Die britische Polizei fahndete international nach dem Maler. Am 10. Februar 1954, nur wenige Tage nach der Tat, wurde er im spanischen Irun festgenommen. Die spanischen Behörden lieferten ihn nach Großbritannien aus, die Überführung erfolgte per Schiff. Zurück in England erwartete ihn die Anklage wegen Mordes.
Prozess und Hinrichtung
Der Prozess gegen den Maler begann im Juli 1954 vor den Lewes Assizes in Sussex. Seine Verteidigung versuchte, ihn für unzurechnungsfähig erklären zu lassen, ein Versuch, der bei der Jury auf taube Ohren stieß. Angesichts der eindeutigen Beweislage, der unvollendeten Porträtskizze und seiner überstürzten Flucht ins Ausland wurde er des Mordes für schuldig befunden.
William Sanchez de Pina Hepper wurde am 11. August 1954 im Gefängnis von Wandsworth gehängt. Der Fall blieb in Hove und Brighton lange in Erinnerung, weniger wegen seiner kriminalistischen Komplexität als wegen des schockierenden Kontrasts zwischen dem respektablen Künstlerleben des Täters und der Kaltblütigkeit, mit der er ein Kind in sein Atelier lockte, das dessen letzter Aufenthaltsort werden sollte.