William Choyce
- Serienmörder — Oakland , USA
- Aktive Jahre
- 1988–1997
- Modus Operandi
- ErschießenVergewaltigungEinbruch
Mehr als ein Jahrzehnt trennte den Mord an Victoria Bell von der DNA-Spur, die William Jennings Choyce mit ihr und zwei weiteren getöteten Frauen verband. Der Fall blieb ungelöst, bis der Täter bereits wegen einer anderen Vergewaltigung in Haft saß. Der California Supreme Court bestätigte 2025 alle drei Mordschuldsprüche und die Todesurteile.
Werdegang
Er wuchs in Oakland auf und arbeitete später als Müllfahrer. Nach außen präsentierte er sich als verantwortungsvoller Familienvater: Er war mit Alice Swafford verheiratet und hatte eine gemeinsame Tochter. Parallel zu diesem bürgerlichen Leben ging er wiederholt gegen Frauen vor, die auf der Straße arbeiteten und deshalb als Opfer besonders verwundbar waren, ihr Verschwinden fiel lange kaum auf. Für seine Taten nutzte er nach Ermittlerangaben einen Van mit ausklappbarer Liegefläche sowie einen Hüftrucksack, in dem er Seile und Kabelbinder mit sich führte.
Kriminelle Aktivitäten
Sein Vorgehen war bei allen bekannten Taten ähnlich: Er nahm Frauen im Straßenstrich mit dem Fahrzeug auf, fesselte sie an Händen und Füßen, vergewaltigte sie unter Vorhalt einer Schusswaffe und erschoss sie anschließend aus nächster Nähe, hinrichtungsartig mit einem Kopfschuss. Die Leichen ließ er in Industriegebieten oder abgelegenen ländlichen Gegenden zurück.
Namentlich bekannte Opfer (chronologisch):
- Victoria Bell, ermordet am 3. April 1988 in West-Oakland
- Gwendolyn Lee, ermordet im Juli 1997 im San Joaquin County bei Stockton
- Lawanda Beck, ermordet am 11. August 1997 ebenfalls im San Joaquin County
Zu den genauen Daten der Morde an Lee und Beck weichen die verfügbaren Quellen leicht voneinander ab, einige nennen für Lee den 2. Juli 1997, andere sprechen allgemeiner von Juli oder August 1997. Zudem überlebte eine vierte Frau einen bewaffneten Vergewaltigungsangriff durch ihn, wofür er später gesondert verurteilt wurde.
Ermittlung und Festnahme
Die drei Morde blieben über Jahre ungeklärt und wurden zunächst nicht miteinander in Verbindung gebracht. Der Durchbruch gelang erst 2002, als William Jennings Choyce bereits eine elfjährige Haftstrafe wegen einer separaten Vergewaltigung verbüßte. Eine DNA-Probe aus dieser Verurteilung wurde mit Spurenmaterial aus den drei ungeklärten Mordfällen abgeglichen und ergab eindeutige Treffer. Damit ließ sich ein einzelner Täter erstmals allen drei Taten zuordnen, obwohl zwischen dem ersten und den beiden letzten Morden fast ein Jahrzehnt lag.
Prozess
Der Prozess gegen William Jennings Choyce begann am 17. Juli 2008. Die Geschworenen benötigten für den Schuldspruch in allen drei Mordfällen ersten Grades nur wenig mehr als einen Tag, das Urteil erging am 11. August 2008. In der anschließenden Strafphase empfahl die Jury am 18. September 2008 die Todesstrafe, das Gericht verhängte sie formell am 5. Dezember beziehungsweise 15. Dezember 2008. Zusätzlich zur Todesstrafe für die Morde erhielt er für die Vergewaltigung der überlebenden vierten Frau eine weitere Haftstrafe von 81 Jahren und vier Monaten bis lebenslänglich.
Nachwirkungen
Er sitzt seither im Todestrakt des San Quentin State Prison in Kalifornien ein, ein Hinrichtungstermin wurde bislang nicht festgesetzt. Sein automatisches Berufungsverfahren zog sich über Jahre hin, der Oberste Gerichtshof Kaliforniens bestätigte das Urteil am 21. Juli 2025 in vollem Umfang und wies dabei unter anderem Einwände zu angeblichen Verfahrensfehlern und verfassungsrechtlichen Einwänden gegen die Todesstrafe zurück. Der Fall gilt als Beispiel dafür, wie DNA-Datenbankabgleiche Jahrzehnte zurückliegende, zunächst unaufgeklärte Morde an marginalisierten Opfern nachträglich aufklären können.