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William Bonin

genannt „Freeway Killer"

Polizeifoto von William Bonin, Januar 1980
Kalifornische Strafverfolgungsbehörde, via Wikimedia Commons · Public Domain
14
Opfer
„Freeway Killer"
hingerichtet
SerienmörderLos Angeles , USA
Aktive Jahre
1979–1980

Zwei Prozesse in zwei kalifornischen Counties endeten mit insgesamt vierzehn Mordschuldsprüchen. Die kalifornische Justizvollzugsbehörde trennt zehn Verurteilungen in Los Angeles von vier weiteren in Orange County. William Bonin hatte 1979 und 1980 Jungen und junge Männer verschleppt, missbraucht und getötet, häufig mit wechselnden Komplizen.

Werdegang

Er wurde am 8. Januar 1947 im US-Bundesstaat Connecticut geboren und wuchs in einer von Alkoholismus geprägten Familie auf. Sein Vater war gewalttätig, seine Mutter emotional instabil und vernachlässigend. Der Großvater mütterlicherseits, ein verurteilter Kindesmissbraucher, soll auch die eigene Tochter und möglicherweise deren Söhne missbraucht haben. 1962 zog die Familie nach Kalifornien. Schon als Jugendlicher entwickelte er pädophile Neigungen, die er zunächst verbarg, brach 1966 die Schule ab und wurde nach ersten Übergriffen auf Nachbarskinder von der Mutter aus dem Haus geworfen.

Ende 1966 trat er in die US-Luftwaffe ein und diente als Bordschütze auf Hubschraubern in Vietnam, wo er über 700 Kampfeinsätze absolvierte. 1968 wurde er ehrenhaft entlassen. Kurz nach der Rückkehr verließ ihn seine Verlobte, und zwischen November 1968 und Januar 1969 entführte und vergewaltigte er mindestens fünf Jungen. Nach seiner Festnahme im Januar 1969 wurde er als „geistig gestörter Sexualstraftäter” in die Atascadero State Hospital eingewiesen, wo Gutachter ihm einen IQ von 121, eine manisch-depressive Störung, sexuellen Sadismus und eine antisoziale Persönlichkeitsstörung attestierten. 1974 kam er frei, griff aber bereits 1975 erneut einen 14-Jährigen an, den er beinahe erwürgte, dann jedoch laufen ließ. Das Opfer erstattete Anzeige, William Bonin wurde erneut verurteilt und saß bis Oktober 1978 im Gefängnis von San Luis Obispo.

Kriminelle Aktivitäten

Nach seiner Entlassung zog er in die Nähe des Elternhauses in Downey und arbeitete im Klempnerbetrieb seines Bruders. Er kaufte einen Ford-Econoline-Lieferwagen, aus dem er die Türgriffe auf der Beifahrerseite entfernte, und richtete ihn mit Fesseln und Werkzeugen für Entführungen her. Seine Opfer waren meist schlanke, helle junge Männer und Jugendliche, die er an Autobahnauffahrten und Ausflugslokalen ansprach und mit dem Angebot von Fahrten, Drogen oder Sex in den Wagen lockte. Dort überwältigte er sie, vergewaltigte und folterte sie, bevor er sie erwürgte, meist mit einem Reifenheber oder ihrem eigenen Kleidungsstück, oder erstach. Die Leichen warf er an Straßenböschungen und in Waldstücken mehrerer Bezirke ab, um ein Muster zu verschleiern. Bei zahlreichen Taten handelte er nicht allein, sondern gemeinsam mit Vernon Robert Butts, Gregory Matthew Miley, James Michael Munro und William Ray Pugh, die er gezielt für sich einnahm.

Namentlich bekannte Opfer (chronologisch):

  1. Thomas Lundgren (13), 28. Mai 1979
  2. Mark Shelton (17), 4./5. August 1979
  3. Markus Grabs (17), 5. August 1979, ein westdeutscher Austauschschüler
  4. Donald Hyden (15), 27. August 1979
  5. David Murillo (17), 9. September 1979
  6. Robert Wirostek (18), 17. September 1979
  7. Frank Dennis Fox (17), 30. November 1979
  8. John Kilpatrick (15), 5. Dezember 1979
  9. Michael McDonald (16), 1. Januar 1980
  10. Charles Miranda (15), 3. Februar 1980
  11. James Macabe (12), 3. Februar 1980, das jüngste bekannte Opfer
  12. Ronald Gatlin (18), 14. März 1980
  13. Glenn Barker (14), 21. März 1980
  14. Russell Rugh (15), 21. März 1980
  15. Harry Todd Turner (15), 24./25. März 1980
  16. Steven Wood (16), 4./10. April 1980
  17. Darin Lee Kendrick (19), 29. April 1980
  18. Lawrence Sharp (18), 10. Mai 1980
  19. Sean King (14), 19. Mai 1980
  20. Steven Wells (18), 2. Juni 1980

Er gestand später gegenüber Ermittlern 21 Morde. Zusätzlich zu den oben aufgeführten, identifizierten Opfern wird ihm der Tod eines bislang nicht identifizierten jungen Mannes zugeschrieben, dessen Leiche im November 1979 gefunden wurde. Gerichtlich verurteilt wurde er letztlich wegen 14 dieser Morde, während Ermittler und Presse zeitweise von bis zu 36 möglichen weiteren Fällen im Umfeld seiner Taten ausgingen, die sich nicht zweifelsfrei zuordnen ließen.

Ermittlung und Festnahme

Angesichts der wachsenden Zahl toter Jugendlicher entlang der Autobahnen setzte die Polizei eine Sonderkommission ein, unterstützt durch eine von Bürgerrechtsgruppen ausgelobte Belohnung von 50.000 Dollar für sachdienliche Hinweise. Den entscheidenden Hinweis lieferte im Mai 1980 William Pugh, der wegen Autodiebstahls in Haft saß und William gegenüber einem Berater belastete. Auch David McVicker, das 1975 verschonte Opfer, meldete sich erneut bei den Behörden. Am 11. Juni 1980 beobachteten zivile Ermittler, wie er mehrfach erfolglos versuchte, Jugendliche in seinen Lieferwagen zu locken, bis es ihm schließlich bei einem 17-Jährigen gelang. Als aus dem fahrenden Wagen Schreie zu hören waren, stoppten die Beamten ihn und fanden das gefesselte Opfer, das gerade vergewaltigt wurde. Im Fahrzeug und in seiner Wohnung sicherte die Polizei Fesseln, Messer, einen Reifenheber sowie zahlreiche Blutspuren und ein Zeitungsausschnitte-Album über die eigenen Taten. In den folgenden Verhören gestand er detailliert 21 Morde, zeigte dabei jedoch nach Einschätzung der Ermittler keine Reue, sondern äußerte vor allem Verlegenheit über seine Festnahme.

Prozess und Hinrichtung

Im Prozess in Los Angeles wurde William Bonin im März 1982 wegen zehn Morden zum Tode verurteilt. Die Verteidigung verwies erfolglos auf die schwere Vernachlässigung und den Missbrauch seiner Kindheit als mildernde Umstände; ein psychiatrisches Gutachten der Anklage stellte dagegen fest, dass er das Unrecht seiner Taten sehr wohl erkannt habe. In einem zweiten Prozess in Orange County wurde er im August 1983 für vier weitere Morde erneut zum Tode verurteilt. Seine Komplizen erhielten im Austausch für Aussagen gegen ihn mehrheitlich langjährige oder lebenslange Haftstrafen. Vernon Robert Butts nahm sich 1981 in der Untersuchungshaft das Leben, bevor er aussagen musste.

Er verbrachte 14 Jahre in der Todeszelle von San Quentin. Am 23. Februar 1996 wurde er im Alter von 49 Jahren als erster Häftling Kaliforniens durch die Giftspritze hingerichtet, nachdem der Bundesstaat zuvor ausschließlich die Gaskammer genutzt hatte.

Nachwirkungen

Der Fall William Bonin gilt bis heute als einer der folgenreichsten Serienmordfälle in der Geschichte Südkaliforniens und trug dazu bei, dass sich Polizeibehörden in der Region stärker auf die Vernetzung von Fällen über Bezirksgrenzen hinweg konzentrierten. Der Beiname „Freeway Killer” wurde in der Presse in den folgenden Jahren auch auf andere, unabhängig voneinander agierende Täter wie Randy Kraft und Patrick Kearney angewandt, die zeitgleich in derselben Region aktiv waren, was in der öffentlichen Wahrnehmung bis heute gelegentlich zu Verwechslungen führt.

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