William Beggs
- Aktive Jahre
- 1987–1999
- Modus Operandi
- ZerstückelungVergewaltigungEnthauptung
Zwei Tötungen, aber nur ein rechtskräftiges Mordurteil: Diese juristische Trennlinie prägt den Fall William Frederick Ian Beggs. Ein Urteil des schottischen Court of Session von 2025 hält fest, dass er Barry Oldham 1987 tötete und dessen Leiche ablegte, zugleich aber Notwehr behauptete und nach Aufhebung seines Mordschuldspruchs nicht erneut angeklagt werden konnte. Wegen des Mordes an Barry Wallace im Dezember 1999 sitzt er weiterhin lebenslang in Haft.
Werdegang
Er wuchs im nordirischen Moira in der Grafschaft County Down auf und zog später zum Studium nach England. In akademischen Kreisen galt er als unauffällig und gebildet, in seinem Privatleben lernte er jedoch wiederholt junge Männer in Bars und Nachtclubs kennen, mit teils gewalttätigem Ausgang.
Der Mord an Barry Oldham
1987 lernte er den 28-jährigen Studenten Barry Oldham in einem Nachtclub in Newcastle kennen. In seiner Wohnung kam es zum tödlichen Angriff. William Beggs schnitt dem Mann die Kehle durch, versuchte die Leiche zu zerstückeln und legte die Überreste auf den North Yorkshire Moors ab. Vor Gericht behauptete er, in Notwehr gehandelt zu haben. Die Jury sprach ihn zunächst des Mordes schuldig. Das Berufungsgericht hob diesen Schuldspruch auf, weil der Mordvorwurf nicht gemeinsam mit fünf Anklagepunkten wegen Verwundung hätte verhandelt werden dürfen und die Beweise zu den anderen Gewalttaten die Jury unzulässig beeinflusst hatten. Die später eingeführte Möglichkeit eines neuen Verfahrens galt nicht rückwirkend. Deshalb blieb die Tötung ohne erneuten Prozess und ohne rechtskräftigen Mordschuldspruch.
Der Mord an Barry Wallace
Zehn Jahre später, am 5. Dezember 1999, verließ der 18-jährige Supermarktangestellte Barry Wallace aus Kilmarnock eine Weihnachtsfeier seiner Kollegen und nahm ein Angebot an, nach Hause gefahren zu werden. Stattdessen brachte man ihn in eine Wohnung, wo er vergewaltigt und getötet wurde. Die Leiche wurde anschließend mit Säge und Küchenmesser in mehrere Teile zerlegt. Die Gliedmaßen tauchten Wochen später in Loch Lomond auf, der Kopf wurde an einem Strand bei Troon in der Grafschaft Ayrshire angespült, ein Fund, der dem Fall in der britischen Presse den Namen „Limbs in the Loch” einbrachte.
Flucht und Festnahme
Nach der Tat setzte sich der Täter zunächst nach Amsterdam ab, wo er am 28. Dezember 1999 festgenommen wurde. Die Auslieferung an die schottischen Behörden zog sich über ein Jahr hin und war erst im Januar 2001 abgeschlossen.
Prozess und Urteil
Am 12. Oktober 2001 verurteilte ihn der High Court wegen des Mordes an Barry Wallace zu lebenslanger Haft mit einer Mindestverbüßungszeit von 20 Jahren, rückwirkend gerechnet ab dem 28. Dezember 1999. Der Mordschuldspruch blieb trotz zahlreicher späterer Rechtsmittel bestehen.
Nachwirkungen
William Beggs sitzt weiterhin in Haft. Die schottische Bewährungsbehörde lehnte seine Entlassung im Februar 2024 erneut ab. Seine gerichtliche Überprüfungsklage scheiterte am 15. Juli 2025. Das Gericht betonte, dass die Behörde den aufgehobenen Oldham-Schuldspruch bei ihrer Risikoentscheidung ausdrücklich außer Betracht gelassen und sich auf die gültigen Verurteilungen gestützt hatte.