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West Mesa Bone Collector

Blick über die Wüstenhochebene West Mesa auf die Stadt Albuquerque, New Mexico
Clinton Steeds, via Wikimedia Commons · CC BY 2.0
11
Opfer
SerienmörderAlbuquerque , USA
Aktive Jahre
2003–2004
Modus Operandi
ErwürgenEinbruch

Zwischen Mai 2003 und September 2004 verschwanden in Albuquerque, New Mexico, elf Frauen im Alter zwischen 15 und 32 Jahren, die meisten von ihnen sexarbeitend und drogenabhängig. Erst im Februar 2009 entdeckte eine Hundehalterin in einem unbebauten Wüstengebiet am Stadtrand, der sogenannten West Mesa, einen menschlichen Knochen, der zur Auffindung aller elf Leichen an derselben Stelle führte. Der bis heute nicht identifizierte Täter wurde von der Presse „West Mesa Bone Collector” genannt.

Die Opfer

Zu den Opfern zählen Monica Diana Candelaria (22), verschwunden am 15. Mai 2003, Victoria Ann Chavez (26), verschwunden am 5. Juni 2003, die erst 15-jährige Syllannia Terene Edwards, verschwunden am 17. August 2003, Doreen Marquez (24), Veronica Romero (28), die ebenfalls erst 15-jährige Jamie Caterina Barela, Evelyn Jesus Maria Salazar (27), Virginia Cloven (24), Julie Cyndie Nieto (24), Cinnamon Elks (32) sowie zuletzt die schwangere Michelle Gina Valdez (22), die am 22. September 2004 verschwand. Bis auf Barela hatten alle Opfer Verbindungen zur Sexarbeit und zu Drogenkonsum, ein Umstand, der nach Einschätzung von Kriminologen die Ermittlungen in den betroffenen Jahren erheblich verzögerte.

Die Entdeckung 2009

Alle elf Leichen waren offenbar zwischen 2001 und 2005 in derselben unbebauten Wüstensenke am Rand Albuquerques verscharrt worden. Ein 2008 gescheitertes Bauprojekt hatte das Gelände bereits unbemerkt gestört, entdeckt wurden die sterblichen Überreste aber erst am 2. Februar 2009, als eine Anwohnerin beim Gassigehen auf einen Knochen stieß. Es dauerte fast ein weiteres Jahr, bis Gerichtsmediziner alle elf stark verwesten Leichen identifizieren konnten.

Ermittlung und Verdächtige

Die Polizei setzte eine Belohnung von 100.000 US-Dollar aus und prüfte unter anderem eine mögliche Verbindung zu einem Menschenhandelsring mit Verbindungen nach Texas. Der 2006 verstorbene Lorenzo Montoya, der nur wenige Kilometer vom Fundort entfernt lebte und zweimal wegen Übergriffen auf Sexarbeiterinnen festgenommen worden war, geriet früh unter Verdacht, insbesondere weil er eine 19-jährige Sexarbeiterin erwürgt hatte und die Mordserie nach seinem gewaltsamen Tod durch den Freund einer seiner Bekannten endete. Später rückte auch Joseph Blea ins Visier der Ermittler, ein bereits in den 1980er Jahren als „Mid-School Rapist” bekannter Vergewaltiger, dessen DNA mit dem Tod einer Sexarbeiterin in Verbindung gebracht wurde und der 2015 zu 36 Jahren Haft verurteilt wurde, allerdings für andere Taten. Weitere zeitweise verdächtigte Männer wurden im Lauf der Ermittlungen entlastet oder verstarben, ohne dass es zu einer Anklage kam.

Warum der Fall ungelöst blieb

Da alle Opfer über Jahre verteilt verschwanden, bevor ihre Leichen gemeinsam entdeckt wurden, ließ sich der genaue Tatzeitpunkt jedes einzelnen Falls kaum noch rekonstruieren, zusätzlich erschwert durch den fortgeschrittenen Verwesungszustand der sterblichen Überreste. Die soziale Randstellung der Opfer trug nach Einschätzung von Angehörigen und Journalisten dazu bei, dass ihr Verschwinden zunächst nicht systematisch mit anderen Fällen verglichen wurde.

Nachwirkungen

Am Fundort selbst eröffnete die Stadt Albuquerque am 27. Juni 2020 den „Women’s Memorial Park” zum Gedenken an die elf Frauen. Der Fall bleibt aktiv und wird von den Ermittlungsbehörden weiterhin bearbeitet, in der Hoffnung, dass moderne DNA-Analyseverfahren doch noch zu einer Identifizierung des Täters führen könnten.

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