Werner Ferrari
- Aktive Jahre
- 1971–1989
- Modus Operandi
- ErwürgenVergewaltigung
Nach dem Mord an einem zehnjährigen Jungen erhielt Werner Ferrari zwölf Jahre Haft, kam aber bereits 1979 nach sechs Jahren frei. Danach tötete er vier weitere Kinder. Eine aktuelle SRF-Aufarbeitung bestätigt die fünf Mordschuldsprüche, das lebenslange Urteil von 1995 und die Taten nach der frühen Entlassung.
Werdegang
Bereits 1971 ermordete er in Reinach im Kanton Basel-Landschaft den zehnjährigen Daniel Schwan. Dafür erhielt er zwölf Jahre Haft, kam jedoch bereits 1979 nach sechs Jahren aus der Strafanstalt Regensdorf frei.
Taten
Zwischen 1980 und 1989 verschwanden in acht verschiedenen Schweizer Kantonen mindestens elf Kinder zwischen sechs und vierzehn Jahren, mehrere davon spurlos. Er lockte oder entführte sie meist von Volksfesten weg, missbrauchte einen Teil von ihnen sexuell und erwürgte sie anschließend. Vier weitere Morde nach seiner Haftentlassung wurden ihm gerichtlich zweifelsfrei nachgewiesen: Benjamin Egli (10) im Oktober 1983, Daniel Sutter (7) im September 1985, Christian Widmer (10) im Oktober 1987 und Fabienne Imhof (9) im August 1989.
Ermittlungsschwierigkeiten
Dass sich die Taten über acht Kantone verteilten, erschwerte die Ermittlungen erheblich, denn die Schweizer Polizei arbeitete damals noch weitgehend kantonal getrennt und tauschte Informationen über Kantonsgrenzen hinweg nur unzureichend aus. Erst eine verstärkte überregionale Zusammenarbeit brachte die Ermittler schließlich auf seine Spur.
Festnahme und Prozess
Nach der Entführung und Tötung von Fabienne Imhof im August 1989 wurde er festgenommen. Am 8. Juni 1995 verurteilte ihn das Bezirksgericht Baden wegen fünffachen Mordes zu lebenslanger Haft.
Der Fall Ruth Steinmann und die spätere Revision
Zunächst wurde er auch für den Mord an der 1980 getöteten Ruth Steinmann verantwortlich gemacht. Der Journalist und Autor Peter Holenstein, der den Fall in seinem Buch „Der Unfassbare” aufarbeitete, stieß Jahre später auf Ungereimtheiten. Eine 2007 durchgeführte DNA-Analyse an einem am Tatort gefundenen Schamhaar bewies schließlich, dass nicht er, sondern der Onkel des Opfers für diesen Mord verantwortlich war, ein Mann, der sich bereits 1983 das Leben genommen hatte. Der Fall Ruth Steinmann wurde daraufhin aus seiner Verurteilung gestrichen.
Tod
Er starb am 12. Dezember 2025 im Alter von 78 Jahren in der Justizvollzugsanstalt Lenzburg, in der er den größten Teil seiner Haftstrafe verbüßt hatte.
Nachwirkungen
Der Fall veränderte die Art, wie Schweizer Behörden kantonsübergreifende Verbrechen untersuchen, und trug zur Einrichtung koordinierter überregionaler Fahndungsstrukturen bei. Er wurde mehrfach in Dokumentationen aufgearbeitet, unter anderem in der SRF-Reihe „True Crime”.