Werner Boost
- Aktive Jahre
- 1953–1956
- Modus Operandi
- ErschießenStumpfe GewaltKomplizenEinbruch
Der Beiname „Liebespaarmörder von Düsseldorf” klingt eindeutiger als das Urteil: Werner Boost wurde 1959 nur wegen des Mordes an Bernd Servé verurteilt. Von zwei Doppelmorden an Liebespaaren sprach ihn das Gericht mangels Beweisen frei. Ermittler brachten ihn dennoch mit den vier Todesopfern in Verbindung.
Werdegang
Boost wurde 1928 als Werner Korecki in Düsseldorf geboren und wuchs, nachdem seine Mutter ihn abgegeben hatte, in Kinderheimen auf. Nach gescheiterten Lehrverhältnissen wurde er zur Wehrmacht eingezogen, geriet in Kriegsgefangenschaft und arbeitete danach als Gelegenheitsarbeiter, unter anderem als Fluchthelfer aus der DDR. 1949 heiratete er und zog nach Düsseldorf, wo er gemeinsam mit seinem Freund Franz Lorbach mehrere Diebstähle beging, für die beide verurteilt wurden.
Taten
Im Januar 1953 erschoss Boost den Rechtsanwalt Bernd Servé, dessen Begleiter Adolf Hüllecremer den Angriff überlebte. Im November 1955 wurden der Bäcker Friedhelm Behre und seine Begleiterin Thea Kürmann tot in einem Baggersee gefunden. Im Februar 1956 verbrannten die Sekretärin Hildegard Wassing und ihr Begleiter Peter Falkenberg in einer Scheune. In allen Fällen hatte Boost offenbar zunächst Liebespaare an abgelegenen Orten beobachtet, bevor er sie überfiel.
Ermittlung und Festnahme
Ein Revierjäger entdeckte Boost im Mai 1956 im Wald bei Meerbusch, als dieser erneut ein Liebespaar beobachtete, und alarmierte die Polizei. Im Juni 1956 gestand Lorbach, dass Boost den Anwalt Servé erschossen hatte, und belastete ihn damit erstmals direkt.
Prozess
1959 wurde Boost wegen Mordes an Bernd Servé in Tateinheit mit schwerem Raub zu lebenslanger Zuchthausstrafe verurteilt. Die übrigen ihm zugeschriebenen Morde galten vor Gericht als nicht ausreichend bewiesen. Lorbach wurde wegen Beihilfe zu sechs Jahren Haft verurteilt.
Nachwirkungen
Werner Boost wurde im Juli 1990 nach 34 Jahren Haft aus dem Gefängnis Schwerte entlassen. Über sein weiteres Schicksal nach der Entlassung ist öffentlich nichts bekannt. Der Fall zählt zu den bekanntesten ungeklärten Mehrfachmordserien der westdeutschen Nachkriegsgeschichte.