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Waltraud Wagner

genannt „Todesengel von Lainz"

Das Krankenhaus Lainz (heute Klinik Hietzing) in Wien, Tatort der Morde
Peter Gugerell, via Wikimedia Commons · Public Domain
32
Opfer
„Todesengel von Lainz"
frei
SerienmörderWien , Österreich
Aktive Jahre
1983–1989
Modus Operandi
VergiftungKomplizen

Zwischen 1983 und 1989 tötete die Pflegehelferin Waltraud Wagner gemeinsam mit drei Kolleginnen im Wiener Krankenhaus Lainz eine bis heute nicht abschließend geklärte Zahl von Patienten, das Gericht hielt 1991 mindestens 32 Morde für erwiesen. Als treibende Kraft der als „Todesengel von Lainz” bekannt gewordenen Gruppe erhielt sie die höchste Strafe aller vier Frauen und kam nach über 19 Jahren Haft 2008 wieder frei.

Werdegang

Wagner, 1960 geboren, arbeitete als ungelernte Pflegehelferin auf Pavillon V des Krankenhauses Lainz, einer geriatrischen Abteilung für schwer pflegebedürftige, meist ältere Patienten. Nach eigenen späteren Angaben tötete sie ihr erstes Opfer 1983 auf dessen eigenen Wunsch hin mit einer Morphiumüberdosis, ein Ereignis, das sie als Ausgangspunkt der gesamten Mordserie beschrieb. In den folgenden Jahren entwickelte sie gemeinsam mit Irene Leidolf, Stefanija Mayer und Maria Gruber eigene, zynisch verharmloste Tötungsmethoden.

Die Taten

Wagner perfektionierte im Lauf der Jahre mehrere Tötungsmethoden: Überdosen des Beruhigungsmittels Rohypnol, Insulinspritzen bei nicht-diabetischen Patienten sowie eine als „Mundpflege” bezeichnete Methode, bei der sie schwerkranken, wehrlosen Patienten so lange Wasser einflößte, bis diese erstickten. Die getöteten Patienten wurden durchweg als natürliche Todesfälle dokumentiert, was die Aufdeckung über Jahre verhinderte.

Ermittlung und Festnahme

Der entscheidende Hinweis kam, nachdem ein Arzt die Frauen in einer Wiener Wirtshausrunde beiläufig über ihre jüngste Tat sprechen hörte. Den unmittelbaren Anlass für die Festnahme lieferte der Fall des 80-jährigen, nicht-diabetischen Patienten Franz Kohout, dem Wagner und Mayer am 1. April 1989 Insulin injiziert hatten. Bereits 1988 hatte es erste, zunächst folgenlose Ermittlungen wegen des Verdachts auf Rohypnol-Missbrauch gegeben. Am 7. April 1989 wurden alle vier Frauen festgenommen.

Prozess

Im Prozess 1991 gestand Wagner zunächst 49 Morde, revidierte dieses Geständnis später jedoch auf deutlich weniger. Das Gericht hielt schließlich 32 vollendete Morde für erwiesen und verurteilte sie zu lebenslanger Haft, die höchste Strafe unter den vier Angeklagten.

Nachwirkungen

Wagner wurde am 7. August 2008 nach mehr als 19 Jahren Haft wegen guter Führung entlassen und nahm im Zuge dessen einen neuen Namen an. Der Fall gilt bis heute als einer der schwersten Pflegeskandale der österreichischen Geschichte und führte zu weitreichenden Reformen bei der Kontrolle von Pflegepersonal in österreichischen Krankenhäusern.

Das Profil zu Michaela Roeder ordnet die Gruppe um Waltraud Wagner als späteren Vergleichsfall tötender Pflegekräfte ein.

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