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Walter Seifert

Gedenktafel zum Attentat von Volkhoven an der ehemaligen Schulanlage in Köln
Raimond Spekking, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0
10
Opfer
Suizid
AmokläuferKöln , Deutschland
Aktive Jahre
1964
Modus Operandi
ErstechenBrandstiftung

Walter Seifert wurde am 11. Juni 1922 geboren und griff ausgerechnet an seinem 42. Geburtstag, dem 11. Juni 1964, eine katholische Volksschule im Kölner Stadtteil Volkhoven an. Mit einem zum Flammenwerfer umgebauten Gartenzerstäuber und einer selbstgebauten Lanze tötete er acht Schulkinder und zwei Lehrerinnen, bevor er sich selbst das Leben nahm. Der als „Blutbad von Volkhoven” bekannt gewordene Amoklauf gilt bis heute als einer der folgenreichsten Gewaltakte an einer deutschen Schule.

Werdegang

Er litt an Tuberkulose und war dadurch arbeitsunfähig. Nach dem Tod seiner Ehefrau im Kindbett verschlechterte sich sein psychischer Zustand zusehends, Ärzte diagnostizierten später eine Schizophrenie. Über Jahre kämpfte er vergeblich um eine Kriegsrente und richtete verworrene Beschwerdebriefe an Behörden, in denen er sich als Opfer staatlicher Ungerechtigkeit sah. Diese aufgestaute Verbitterung mündete schließlich in dem Entschluss, sich an der Gesellschaft zu rächen.

Die Tat

Am Morgen des 11. Juni 1964 drang er kurz nach 9 Uhr auf das Gelände der katholischen Volksschule Volkhoven ein. Mit dem umgebauten Gartenzerstäuber, der einen bis zu sechs Meter langen Feuerstrahl erzeugen konnte, richtete er die Flammen durch die Fenster eines Holzpavillons auf die dort unterrichteten Kinder. Anschließend stürmte er einen weiteren Pavillon und stach mit der Lanze auf Schüler und Lehrerinnen ein. Acht Schulkinder sowie die Lehrerinnen Ursula Kuhr (24) und Gertrud Bollenrath (62) starben, weitere 20 Kinder und zwei Lehrerinnen wurden zum Teil schwer verletzt.

Ende der Tat

Auf der Flucht vor eintreffenden Polizeikräften nahm er das hochgiftige Insektizid E 605 ein. Er starb noch am selben Tag beziehungsweise, je nach Quelle, am Folgetag in einer Kölner Klinik, ohne dass es zu einer Festnahme oder einem Prozess kam.

Nachwirkungen

Der Amoklauf von Volkhoven gilt bis heute als einer der folgenreichsten Gewaltakte gegen Schulkinder in der deutschen Nachkriegsgeschichte und löste eine breite gesellschaftliche Debatte über den Schutz von Schulen und den Umgang mit psychisch kranken, sozial isolierten Einzeltätern aus. Die Gedenktafel an der heutigen Simultanhalle auf dem ehemaligen Schulgelände erinnert bis heute an die Opfer. Zum Tathergang selbst siehe die Schlagzeile Blutbad von Volkhoven: Amoklauf an einer Kölner Volksschule.

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