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Vincenzo Campanella

genannt „Das Monster von Palermo"

Die Quattro Canti in Palermo, der Stadt der Taten
Wikimedia Commons / Kamares · CC BY-SA 3.0
1
Opfer
„Das Monster von Palermo"
TotschlägerPalermo , Italien
Aktive Jahre
1992
Modus Operandi
Stumpfe Gewalt

Zwei Geständnisse, zwei verschwundene Kinder, aber nur ein Mordschuldspruch: Vincenzo Campanella belastete sich 1990 im Fall Santina Renda selbst und widerrief. Wegen dieses Verschwindens wurde er später freigesprochen. Gerichtlich bestätigt ist allein der Mord an Maurizio Nunzio Renda im März 1992.

Vincenzo Campanella wurde am 3. September 1974 geboren und lebte im Palermoer Viertel CEP. Zeitgenössische Berichte beschrieben bei ihm eine geistige Beeinträchtigung. Das Jugendgericht hielt ihn im Verfahren wegen Maurizio Nunzio Rendas Tod dennoch für strafrechtlich verantwortlich.

Taten

Am 23. März 1990 verschwand die sechsjährige Santina Renda beim Spielen nahe ihrem Elternhaus. Der damals 16-jährige Vincenzo Campanella erklärte Wochen später, das Mädchen sei bei einer Fahrt mit seinem Motorroller tödlich gestürzt und er habe den Körper beseitigt. Er widerrief die Aussage, eine Leiche wurde nie gefunden. Spätere Gerichtsverfahren endeten in diesem Komplex mit einem Freispruch. Santina Rendas Verschwinden darf ihm deshalb weder als bestätigte noch als mutmaßliche Tötung zugerechnet werden.

Am 5. März 1992 verschwand Maurizio Nunzio Renda im selben Viertel. Zeitgenössische Berichte von L’Unità vom 7. März 1992 nennen das Kind fünf Jahre alt und schildern, dass Vincenzo Campanella den Jungen mit einer Eisenstange tötete. Die Polizei erklärte, dieses Geständnis werde anders als 1990 durch Zeugenaussagen und objektive Spuren gestützt.

Ermittlung und Verurteilung

Das Jugendgericht verurteilte Vincenzo Campanella 1993 wegen des Mordes an Maurizio Nunzio Renda zunächst zu 30 Jahren Haft. Der zeitgenössische Urteilsbericht von L’Unità hält zugleich fest, dass das Gericht den Vorwurf im Fall Santina Renda abtrennte. Spätere etablierte italienische Berichte nennen eine endgültige Haftstrafe von 29 Jahren und bestätigen den Freispruch wegen Santina Rendas Verschwindens.

Nachwirkungen

Über Vincenzo Campanellas weiteren Verbleib liegt keine belastbare aktuelle Vollzugsauskunft vor. Eine jüngere Berichterstattung zum weiterhin ungeklärten Verschwinden Santina Rendas nennt eine psychiatrische Einrichtung, bestätigt aber weder Rechtsgrundlage noch heutigen Status. Das Profil führt ihn deshalb weiterhin mit unbekanntem Status.