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Viktor Dembovskis

Die U-Bahn-Station Sudbury Hill im Londoner Stadtteil Greenford, nahe dem Tatort
Wikimedia Commons / Marathon · CC BY-SA 2.0
1
Opfer
inhaftiert
Mörder — London , Großbritannien
Aktive Jahre
2005

Zweimal war er in Lettland bereits wegen bewaffneter Vergewaltigung verurteilt worden. Trotzdem zog Viktor Dembovskis 2005 nach London, wo ihn zunächst niemand kannte. Dort lauerte er einer 17-jährigen Schülerin auf ihrem Schulweg auf, ein Verbrechen, das erst durch eine winzige DNA-Spur an einer gestohlenen Halskette aufgeklärt wurde.

Werdegang

Viktor Dembovskis wurde 1963 in Livani im Südosten Lettlands geboren. In seiner Heimat war er zweimal wegen bewaffneter Vergewaltigung vorbestraft, 1990 und erneut 1999, beide Male hatte er seine Opfer mit einem Messer bedroht. Trotz dieser Vorgeschichte zog er später nach Westlondon, wo er in der Nähe des U-Bahnhofs Sudbury Hill in Greenford wohnte, unauffällig für seine neue Umgebung.

Die Tat

Am 16. Mai 2005 verließ die 17 Jahre alte Jeshma Raithatha ihre Schule, die Claremont High School, und machte sich auf den Heimweg. Er hatte sich zuvor gezielt ein dichtes Gebüsch entlang eines Fußwegs bei Sudbury Hill als Versteck ausgesucht, uneinsehbar von der Straße aus. Dort zog er die Schülerin hinein, vergewaltigte sie und tötete sie mit mehreren Stichen in die Brust. Ihre Leiche blieb acht Tage lang unentdeckt, bis sie schließlich im Gebüsch gefunden wurde. Er nahm eine Halskette des Opfers als Trophäe mit.

Flucht und Festnahme

Vier Tage nach der Tat setzte er sich mit dem Fernbus nach Lettland ab und versteckte sich im Haus seiner Familie in Livani. Ermittler fanden jedoch in seiner ehemaligen Londoner Wohnung eine blutbefleckte Fleecejacke, deren DNA-Spuren mit einer statistischen Wahrscheinlichkeit von eins zu einer Milliarde zu Jeshma Raithatha passten. Die gestohlene Halskette in seiner Jackentasche machte die Beweiskette komplett. Über einen Europäischen Haftbefehl wurde er am 2. Juni 2005 in Livani festgenommen und nach Großbritannien ausgeliefert.

Prozess

Am Old Bailey in London sprach die Jury Viktor Dembovskis am 29. März 2006 nach nur dreistündiger Beratung einstimmig des Mordes und zweifacher Vergewaltigung schuldig. Der Richter verhängte drei lebenslange Freiheitsstrafen und empfahl ausdrücklich, ihn niemals zu entlassen.

Nachwirkungen

Viktor Dembovskis sitzt bis heute in britischer Haft. Der Fall, in dem die ermittelnde Kriminalbeamtin Sue Hill eine zentrale Rolle spielte, wurde später in der Dokumentationsreihe „Donal MacIntyre’s Murder Files” aufgearbeitet, die zeigt, wie eine winzige DNA-Spur an einem gestohlenen Schmuckstück den entscheidenden Beweis lieferte.