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Velma Barfield

genannt „Death Row Granny"

Downtown Lumberton, North Carolina, wo Velma Barfield als Pflegerin arbeitete und zwei ihrer Opfer tötete
Kenneth C. Zirkel, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0
6
Opfer
„Death Row Granny"
hingerichtet
SerienmörderFayetteville , USA
Aktive Jahre
1969–1978
Modus Operandi
Vergiftung

Margie Velma Barfield, geborene Bullard, gestand zwischen 1974 und 1978 im Raum Fayetteville und Lumberton, North Carolina, fünf Menschen mit Arsen vergiftet zu haben. Beweise verbanden sie außerdem mit dem Tod ihres zweiten Ehemanns Jennings Barfield, dessen Tötung sie bestritt. 1984 wurde sie als erste Frau in den Vereinigten Staaten durch eine Giftspritze hingerichtet und war zugleich die erste in den USA hingerichtete Frau seit 1962.

Werdegang

Sie kam am 23. Oktober 1932 auf einer Farm im ländlichen South Carolina zur Welt und wuchs als eines von neun Kindern in ärmlichen Verhältnissen auf. Ihr Vater soll sie und ihre Geschwister nach späteren Aussagen wiederholt geschlagen haben. Mit 17 Jahren heiratete sie Thomas Burke, mit dem sie zwei Kinder bekam. Nach einer Gebärmutterentfernung litt sie unter chronischen Rückenschmerzen und entwickelte in der Folge eine Abhängigkeit von verschreibungspflichtigen Schmerz- und Beruhigungsmitteln, die sie ihr restliches Leben begleiten und die sich später als zentrales Tatmotiv erweisen sollte. Um an Geld für Medikamente zu kommen, beging sie wiederholt Scheckbetrug und saß deswegen 1975 kurzzeitig im Gefängnis. Nach dem Tod ihres ersten Mannes arbeitete sie zeitweise als Haushälterin und Pflegerin für ältere Menschen, was ihr Zugang zu weiteren späteren Opfern verschaffte.

Kriminelle Aktivitäten

Ihr Mittel der Wahl war Arsen, meist in Form von Rattengift, das sie den Opfern unbemerkt in Essen oder Getränke mischte. Als Motiv stand fast immer die Beschaffung von Bargeld für ihre Medikamentensucht im Vordergrund, mehrfach begleitet von dem Versuch, zuvor begangenen Scheckbetrug oder Diebstahl vor den Opfern zu vertuschen.

Opfer (chronologisch):

  1. Thomas Burke (erster Ehemann), 4. April 1969, kam bei einem Hausbrand ums Leben; eine Beteiligung Barfields wurde vermutet, von ihr jedoch bestritten und nie bewiesen
  2. Jennings Barfield (zweiter Ehemann), 21. März 1971; Beweise verbanden seinen Tod mit einer Arsenvergiftung, Barfield bestritt die Tat
  3. Lillian Bullard (Mutter), 30. Dezember 1974
  4. Montgomery Edwards, 29. Januar 1977, Arbeitgeber, für den sie als Pflegerin tätig war
  5. Dollie Edwards, 1. März 1977, Ehefrau von Montgomery Edwards, ebenfalls ihre Arbeitgeberin
  6. John Henry Lee, 4. Juni 1977
  7. Rowland Stuart Taylor (Lebensgefährte), 3. Februar 1978

Gerichtlich verurteilt wurde sie letztlich nur für den Mord an Rowland Stuart Taylor. Zusätzlich gestand sie die Vergiftungen von Lillian Bullard, Montgomery und Dollie Edwards sowie John Henry Lee. Die Tötungen von Thomas Burke und Jennings Barfield bestritt sie. Während Burkes Tod nie als Mord bewiesen wurde, verbanden gerichtlich behandelte Beweise Jennings Barfields Tod mit einer Arsenvergiftung.

Festnahme

Nachdem sich Rowland Stuart Taylor im Frühjahr 1978 zunehmend verschlechterte, während sie ihn nach eigenen Angaben pflegte, verstarb er am 3. Februar 1978. Eine anschließende Autopsie wies eine tödliche Menge Arsen in seinem Körper nach. Die Ermittler stießen im weiteren Verlauf auf ihre Scheckbetrugs- und Diebstahlsvergangenheit sowie auf die ungewöhnliche Häufung von Todesfällen in ihrem Umfeld. Am 13. Mai 1978 wurde sie festgenommen und gestand neben Taylors Tötung vier frühere Giftmorde.

Prozess und Hinrichtung

Vor Gericht wurde sie wegen des Mordes an Rowland Stuart Taylor angeklagt und zum Tode verurteilt. Mehrere Gnadengesuche, unter anderem gestützt auf ihre im Gefängnis vollzogene religiöse Bekehrung zum evangelikalen Christentum, blieben erfolglos. Am 2. November 1984 wurde sie im Central Prison in Raleigh, North Carolina, durch eine Giftspritze hingerichtet. Sie war damit die erste Frau in der Geschichte der Vereinigten Staaten, die auf diese Weise hingerichtet wurde, und die erste in North Carolina hingerichtete Frau seit 1944. In ihren letzten Worten dankte sie den Menschen, die sie in den Jahren zuvor unterstützt hatten, und bat die betroffenen Familien um Verzeihung.

Nachwirkungen

In den Medien wurde sie unter dem Namen Death Row Granny bekannt, ein Beiname, der auf ihr unauffälliges, großmütterliches Auftreten anspielte und Parallelen zu anderen Giftmörderinnen wie Nannie Doss nahelegte. Ihre Hinrichtung 1984 markierte einen Wendepunkt in der öffentlichen Debatte um die Todesstrafe für Frauen in den USA und wird bis heute als eines der prägenden Beispiele dafür angeführt, wie Suchtdruck und wiederholte finanzielle Notlagen zu einer Serie von Tötungsdelikten im engsten familiären und sozialen Umfeld führen können. Ihre eigene, im Gefängnis verfasste Lebensgeschichte erschien postum unter dem Titel „Woman on Death Row” (Affiliate-Link).

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