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Vasili Komaroff

genannt „Wolf von Moskau"

Porträtfoto von Vasili Komaroff nach seiner Festnahme, 1923
Wikimedia Commons · Public Domain
33
Opfer
„Wolf von Moskau"
hingerichtet
SerienmörderMoskau , Russland
Aktive Jahre
1921–1923

Eine Kontrolle wegen illegalen Alkoholhandels führte 1923 zu einem Leichenfund im Stall von Vasili Terentjewitsch Komaroff. Der Pferdehändler gestand 33 Tötungen. Eine historische Aufarbeitung der Zeitschrift Rodina ordnet die anschließenden Verhöre und den Prozess in die frühe sowjetische Kriminologie ein. Seine zweite Ehefrau Sofja Komarowa wurde ebenfalls angeklagt und hingerichtet.

Werdegang

Unter dem Namen Vasili Petrow diente er während der Oktoberrevolution in der Roten Armee und brachte es dort bis zum Zugführer. Nachdem ihm ein Militärtribunal drohte, floh er, nahm den Namen Komaroff an und zog 1920 nach Moskau, wo er sich als Pferdehändler auf dem örtlichen Pferdemarkt eine neue Existenz aufbaute.

Taten

Er sprach auf dem Pferdemarkt gezielt Käufer an, die sichtbar Bargeld für den Erwerb eines günstigen Pferdes bei sich trugen, und lud sie in seine Wohnung im Moskauer Stadtteil Schabolowka ein. Dort erschlug er sie mit einem Hammer oder durchtrennte ihnen die Kehle, seine Ehefrau Sofja, die von den Taten erfuhr, reagierte nach späteren Aussagen auffällig gelassen und beteiligte sich in der Folge selbst an den Morden. Die Leichen wurden in der Moskwa versenkt, vergraben oder in seinem Pferdestall versteckt, wo bei einer späteren Durchsuchung auch das letzte Opfer gefunden wurde. Insgesamt entdeckten Ermittler im Stadtteil Schabolowka 21 Leichen, die sich mit den Verschwindensfällen vom Pferdemarkt in Verbindung bringen ließen.

Festnahme und Geständnis

Am 18. März 1923 geriet er im Zuge einer Polizeikontrolle wegen illegalen Alkoholhandels ins Visier der Ermittler und versuchte zunächst, durch einen Fenstersprung zu fliehen. Nach seiner Festnahme gestand er 33 Morde und führte die Polizei zu fünf weiteren, bis dahin unentdeckten Leichen.

Prozess und Hinrichtung

Sowohl er als auch seine Ehefrau Sofja wurden für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Am 18. Juni 1923 wurden beide in Moskau durch ein Erschießungskommando hingerichtet.

Nachwirkungen

Der Fall Vasili Komaroff zählt zu den ersten großen, öffentlich breit dokumentierten Serienmordfällen der noch jungen Sowjetunion und wird in der russischen Kriminalgeschichte häufig als frühes Beispiel dafür angeführt, wie wirtschaftliche Not und der Zusammenbruch alter gesellschaftlicher Strukturen nach der Revolution neue Formen organisierter Beschaffungskriminalität begünstigten.