Valentino Pesenti
- Serienmörder — Genua , Italien
- Aktive Jahre
- 1976–1991
- Modus Operandi
- ErstechenErschießenStumpfe GewaltEinbruch
Mit vierzehn Jahren erstach er bei einem Einbruch eine 89-jährige Hausangestellte, die Ermittler hielten die Tat für das Werk eines Obdachlosen und schlossen den Fall bald wieder. Erst fünfzehn Jahre und zwei weitere Morde später holte die Vergangenheit Valentino Pesenti ein, verraten von einem auffälligen gestreiften Schal.
Werdegang
Valentino wuchs in Genua in schwierigen Familienverhältnissen auf, das Verhältnis zu seinen Eltern, besonders zum Vater, war zerrüttet. Schon als Jugendlicher fiel er durch Diebstähle und Raubüberfälle auf und entwickelte sich zu einem gewaltbereiten jungen Mann.
Die ersten Morde 1976
Am 25. März 1976 brach der 14-Jährige in die Villa der Gräfin Elisabetta Thellung im Genueser Viertel Carignano ein und erstach dort die 89-jährige Giovanna Grattarola, die Gesellschafterin der Gräfin, mit zahlreichen Messerstichen und Schlägen. Die Polizei vermutete hinter der Tat einen obdachlosen Gelegenheitstäter, nahm kurzzeitig einen unbeteiligten Maler fest, ließ ihn aber bald wieder frei und schloss die Ermittlungen ohne Ergebnis. Am 31. August desselben Jahres erschoss er in einem Geschäft in der Via Lomellini den 50-jährigen chinesischen Geschäftsmann Kuo Yuen Suo mit zwei Schüssen aus einer 7,65-Millimeter-Pistole. Auch dieser Mord blieb zunächst ungeklärt.
Die Morde von 1991
In den 1980er Jahren ging Valentino eine Beziehung mit Maria Grazia Villa ein, einer 35-jährigen arbeitslosen Lehrerin, und wohnte zeitweise in der Villa ihrer Familie im Genueser Stadtteil Bavari. 1989 warf ihn ihre Mutter Anna Maria Carrozzino wegen seiner kriminellen Vergangenheit aus dem Haus. In der Nacht zum 18. Januar 1991 kehrte er dorthin zurück und erstach beide Frauen, die 35-jährige Maria Grazia Villa und die 67-jährige Anna Maria Carrozzino, wobei er die Leichen zusätzlich mit Küchengeräten verstümmelte.
Festnahme und Geständnis
Eine Nachbarin namens Rosa beobachtete ihn beim Verlassen der Villa und beschrieb den Carabinieri später einen ungewöhnlichen, breiten gestreiften Schal, den er trug. Kurz darauf verunfallte ein gestohlener Fiat 500, mit dem er unterwegs war, die Carabinieri erkannten ihn anhand des beschriebenen Schals wieder und nahmen ihn fest. In den folgenden Verhören gestand er nicht nur den Doppelmord an Maria Grazia Villa und Anna Maria Carrozzino, sondern überraschend auch die beiden fünfzehn Jahre zurückliegenden, bis dahin ungeklärten Morde von 1976.
Prozess
Gutachter stuften ihn trotz der Brutalität und Kaltblütigkeit seiner Taten als voll zurechnungsfähig ein. Am 21. Mai 1992 verurteilte ihn das Schwurgericht von Genua zu 30 Jahren Haft.
Nachwirkungen
Valentino Pesenti verbüßte seine Strafe zeitweise im Gefängnis von Porto Azzurro auf der Insel Elba, wo er an der Gefängniszeitung „La Grande Promessa” mitarbeitete. Eine belastbare aktuelle Quelle zu seinem weiteren Haftverlauf oder heutigen Status liegt nicht vor; der Steckbrief weist ihn deshalb nicht länger pauschal als inhaftiert aus.