Wadim Jerschow
- Aktive Jahre
- 1992–1995
- Modus Operandi
- Vergewaltigung
Als Wadim Jerschow im Oktober 1995 nach einem Raubüberfall festgenommen wurde, galt er zunächst nicht als gesuchter Serienmörder. Erst die anschließenden Ermittlungen verbanden den Deserteur mit einer jahrelangen Gewaltserie im Raum Krasnojarsk. Vor Gericht wurden ihm 19 Tötungen und zahlreiche weitere Angriffe zur Last gelegt.
Werdegang
Jerschow wurde am 15. Februar 1973 geboren. Während seines Militärdienstes war er im Fernen Osten stationiert. Nach einem schweren Angriff auf einen anderen Soldaten desertierte er und kehrte in die Region Krasnojarsk zurück. Die frühere Profilangabe, er habe im Nahen Osten gedient, war eine Verwechslung und wurde korrigiert.
Taten
Zwischen 1992 und 1995 griff Jerschow Frauen und Mädchen an. Die Anklage umfasste 28 Straftaten, darunter 19 Morde, 17 davon in Verbindung mit Vergewaltigungen, sowie sieben Mordversuche, Raub und Diebstahl. Damit stützt die zeitgenössische Prozessberichterstattung die Opferzahl 19, nicht aber jede ausgeschmückte Einzelgeschichte späterer Täterdatenbanken.
Das erste in der Statistik erfasste Todesopfer wurde 1992 vergewaltigt und mit stumpfer Gewalt getötet. Da die Ereignisreihe der 19 Morde noch nicht einzeln rekonstruiert ist, bleibt der Fall in der Statistik ausdrücklich als unvollständig markiert.
Festnahme und Verfahren
Am 29. Oktober 1995 wurde Jerschow nach einem Angriff in einem Hauseingang überwältigt. Zeitgenössisch berichtete Kommersant, die Schreie der angegriffenen Frau hätten ihren Ehemann alarmiert, der Jerschow verfolgte und festhielt. Spätere Nacherzählungen nennen abweichende Details zur Überwältigung; diese werden hier nicht als gesichert wiederholt.
Der Prozess begann im Oktober 1997. Ein psychiatrisches Gutachten beschrieb schwere Störungen der psychosexuellen Entwicklung, das Gericht erklärte Jerschow jedoch für schuldfähig. 1998 wurde er zum Tode verurteilt. Wegen des russischen Hinrichtungsmoratoriums wurde die Strafe in lebenslange Haft umgewandelt.
Quellenlage
Eine Veröffentlichung der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk dokumentiert den Fall aus Sicht der damaligen Ermittler. Sie bestätigt zugleich, dass einzelne Taten erst durch Jerschows Aussagen neu zugeordnet wurden. Sein zuletzt öffentlich genannter Haftort ist die Strafkolonie „Schwarzer Delfin“; eine aktuelle Vollzugsmitteilung liegt nicht vor, weshalb der Text keinen tagesgenauen Haftstatus behauptet.