Uwe Wischniewski
- Aktive Jahre
- 1986–1991
- Modus Operandi
- VergewaltigungErwürgenErstechen
Eine fehlende Gummitülle an einem Audi und ein Fingerabdruck auf Klebeband überführten Uwe Wischniewski nach dem Doppelmord von 1991. Der frühere Staatsanwalt Horst Helbig schilderte die Indizien später in einer Rückschau der B.Z.. Erst Jahre später verband eine neu ausgewertete DNA-Spur den Verurteilten auch mit dem Tod einer 17-Jährigen aus dem Jahr 1986.
Werdegang
Nach seiner Übersiedlung lebte er zunächst in einer Unterkunft nahe einer Justizvollzugsanstalt, später bei seinen Eltern in Berlin-Steglitz, während er die Ausbildung im Strafvollzugsdienst durchlief.
Die Morde 1991
Am 20. November 1991 verschwanden die fünfzehnjährige Sarina Schmidt und die sechzehnjährige Janine Geldner aus dem Ost-Berliner Stadtteil Marzahn. Janine wurde bereits am 24. November bei Siethen tot aufgefunden, vergewaltigt und erwürgt. Sarina entdeckte man sechs Tage später in einem Waldstück, nackt, vergewaltigt und erstochen.
Festnahme
Eine Gummidichtung seines Audi 100, die Ermittler am Fundort sicherstellten, führte über den Abgleich von mehr als 6.000 Fahrzeugen im Januar 1992 zu seiner Festnahme.
Der Fall Ann-Christin
Jahre später gelang es Ermittlern durch verfeinerte DNA-Analyseverfahren, eine winzige Spermaspur an der Kleidung der siebzehnjährigen Ann-Christin aus Kleinmachnow ihm zuzuordnen. Sie war bereits 1986 getötet worden, der Fall hatte bis dahin 17 Jahre lang als ungeklärt gegolten. Ein zeitgenössischer Bericht der WELT dokumentiert den DNA-Treffer und trennt ihn vom früheren Urteil wegen des Doppelmords.
Prozess
Im Oktober 1992 wurde er wegen der Morde an Sarina Schmidt und Janine Geldner zu lebenslanger Haft verurteilt. Eine Rückschau der Mitteldeutschen Zeitung bestätigt den Zeitpunkt und zitiert die Brandenburger Polizei zu weiteren, nicht nachgewiesenen Verdachtsfällen.
Nachwirkungen
Die jüngste konkrete Haftangabe in den ausgewerteten Berichten stammt aus dem Jahr 2006. Ob Uwe Wischniewski heute noch inhaftiert ist, ließ sich nicht belastbar feststellen. Der Fall zeigt, wie moderne DNA-Analytik Jahrzehnte alte, zunächst ungeklärte Mordfälle nachträglich einem bereits verurteilten Täter zuordnen kann.