Tommy Lynn Sells
- Serienmörder — Del Rio , USA
- Aktive Jahre
- 1980–1999
- Modus Operandi
- ErstechenErwürgenStumpfe GewaltEinbruch
Eine schwer verletzte Zehnjährige beschrieb der Polizei den Mann, der ihre Freundin getötet hatte. Zwei Tage später nahmen Ermittler Tommy Lynn Sells fest. Die Entscheidung des Fifth Circuit Court of Appeals dokumentiert Aussage, Geständnis und forensische Spuren im einzigen Fall, für den der am 28. Juni 1964 geborene Täter zum Tode verurteilt wurde.
Werdegang
Seine Mutter verließ die Familie früh, er wurde als Kind sexuell missbraucht und entwickelte eine langjährige Drogen- und Alkoholabhängigkeit. Als Erwachsener lebte er als Landstreicher und arbeitete gelegentlich als Schausteller, Mechaniker oder Gelegenheitsarbeiter, während er gleichzeitig durch das Land zog und immer wieder tötete.
Taten
Er wählte seine Opfer meist zufällig, oft während er per Anhalter oder mit eigenem Fahrzeug reiste, und drang gewaltsam in Wohnhäuser ein. Er tötete auf unterschiedliche Weise, mit einem Revolver, einem Baseballschläger, durch Messerstiche oder Erwürgen, je nachdem, was sich in der jeweiligen Situation anbot.
Zu den Taten, die ihm aufgrund von Geständnissen oder Indizien zugeschrieben wurden, zählen laut der Radford-Fallchronologie die Tötungen der vierjährigen Tiffany Gill und ihrer 33-jährigen Mutter Colleen Gill am 31. Juli 1983 in St. Louis sowie der Tod des zehnjährigen Joel Kirkpatrick am 13. Oktober 1997 in Illinois. Gerichtlich bestätigt sind dagegen zwei Taten in Texas: 1999 tötete er die neunjährige Mary Bea Perez in San Antonio. In der Nacht zum 31. Dezember 1999 schnitt er in Del Rio der dreizehnjährigen Kaylene Harris die Kehle durch und verletzte die zehnjährige Krystal Surles schwer. Das Mädchen überlebte.
Festnahme
Kristal Surles konnte der Polizei eine Beschreibung des Täters geben, die zu seiner Festnahme am 2. Januar 2000 in Del Rio führte. Er gestand zahlreiche Morde, machte jedoch aufgrund seines langjährigen Substanzmissbrauchs teils widersprüchliche Angaben zu Zahl und Umständen der Taten.
Prozess
Verurteilt wurde er für zwei Morde, einer davon brachte ihm die Todesstrafe ein. Er selbst behauptete zeitweise, zwischen 60 und 70 Menschen getötet zu haben. Viele dieser Angaben ließen sich nicht bestätigen, einzelne Geständnisse widerrief er oder versah sie mit nachweislich falschen Details.
Hinrichtung
Am 27. März 2014 wurde er im Alter von 49 Jahren im Gefängnis von Livingston, Texas, durch eine Giftspritze hingerichtet.
Nachwirkungen
Der Fall gilt als eines der eindrücklichsten Beispiele für einen mobilen Serientäter ohne feste Tatregion, dessen wahre Opferzahl bis heute nicht abschließend geklärt werden konnte.