Thomas Henry Allaway
- Aktive Jahre
- 1921
- Modus Operandi
- Stumpfe GewaltBetrug
Eine junge Köchin auf Arbeitssuche antwortete auf eine Stellenanzeige, erhielt ein Telegramm mit einer Einladung zum Vorstellungsgespräch und stieg am Bahnhof von Bournemouth in einen großen Mercedes. Wenige Stunden später war sie tot, erschlagen in einem Feld am Stadtrand. Thomas Henry Allaway hatte sein Opfer mit einer erfundenen Arbeitsstelle in den Tod gelockt, verriet sich am Ende aber durch die Reifen seines eigenen Wagens.
Werdegang
Thomas Henry Allaway wurde 1885 geboren und diente vor dem Ersten Weltkrieg als Soldat, ehe er als Chauffeur in Diensten wohlhabender Familien im Süden Englands arbeitete. Zur Tatzeit war er 36 Jahre alt, fuhr für einen wohlhabenden Arbeitgeber einen auffälligen Mercedes und lebte äußerlich unauffällig und angesehen als verheirateter Familienvater in der Küstenstadt Bournemouth.
Die Tat
Die 31-jährige Köchin Irene Wilkins hatte auf ein Stelleninserat geantwortet und daraufhin ein Telegramm erhalten, das sie zu einem vermeintlichen Vorstellungsgespräch nach Bournemouth bestellte. Am 22. Dezember 1921 traf sie dort ein und wurde am Bahnhof abgeholt, vermutlich von ihm selbst. Er brachte sie in ein abgelegenes Feld am Stadtrand von Boscombe und erschlug sie dort mit einem stumpfen Gegenstand. Ihre Leiche wurde am folgenden Tag gefunden. Ermittler stellten später fest, dass er ähnliche Einladungstelegramme auch an mehrere andere Frauen verschickt hatte, die aber offenbar nicht darauf reagierten oder ihm nicht begegneten.
Ermittlung und Festnahme
Reifenspuren am Tatort führten die Polizei zu einer seltenen Reifenmarke, den sogenannten Dunlop Magnums, mit denen ausgerechnet der Mercedes ausgestattet war, den er fuhr. Ein Autokenner, der Irene Wilkins am Bahnhof hatte einsteigen sehen, erinnerte sich sogar an das Kennzeichen des Wagens. Vier Monate nach der Tat geriet er wegen des Versuchs, gefälschte Schecks einzulösen, ins Visier der Polizei, wodurch die Ermittler auch seine Handschrift mit jener der Einladungstelegramme abgleichen konnten und eine eindeutige Übereinstimmung fanden.
Prozess und Hinrichtung
Im Juli 1922 stand er bei den Sommer-Assisen in Hampshire wegen Mordes vor Gericht und wurde schuldig gesprochen. In der Nacht vor seiner Hinrichtung legte er schließlich ein Geständnis ab. Am 19. August 1922 wurde Thomas Henry Allaway im Gefängnis von Winchester gehängt, gut acht Monate nach der Tat.
Nachwirkungen
Der Fall zählt zu den bekannteren britischen Kriminalfällen der frühen 1920er Jahre und diente später auch als Beispiel dafür, wie forensische Reifenspuren und Handschriftenvergleiche selbst bei scheinbar perfekt geplanten Verbrechen zum entscheidenden Beweismittel werden können. Die Ermittlung gegen Thomas Henry Allaway wurde in mehreren zeitgenössischen Prozessberichten dokumentiert und gilt bis heute als Lehrbeispiel für die frühe Kriminaltechnik in Großbritannien.