Thomas Hamilton
- Aktive Jahre
- 1996
- Modus Operandi
- Erschießen
Thomas Watt Hamilton wurde am 10. Mai 1952 in Glasgow geboren und starb am 13. März 1996 in Dunblane in Schottland durch Suizid. An diesem Tag erschoss er in der Turnhalle der örtlichen Grundschule 16 Kinder im Alter von fünf und sechs Jahren sowie deren Lehrerin, bevor er sich selbst das Leben nahm. Das sogenannte Dunblane-Massaker gilt bis heute als der folgenreichste Amoklauf an einer britischen Schule und führte zu einem weitgehenden Verbot privater Handfeuerwaffen im Vereinigten Königreich.
Werdegang
Sein Vater verließ die Familie, als er eineinhalb Jahre alt war, seine Großeltern mütterlicherseits zogen ihn auf und adoptierten ihn später offiziell. Erst im Alter von etwa 22 Jahren erfuhr er die Wahrheit über seine Herkunft, was ihn nach Einschätzung späterer Beobachter psychisch belastete. Er engagierte sich seit 1973 als Pfadfinderführer, wurde jedoch bereits im Mai 1974 nach Beschwerden über sein Verhalten gegenüber den ihm anvertrauten Jungen wieder entlassen, ein Verantwortlicher der Organisation äußerte damals offen Zweifel an seinen moralischen Absichten. In den folgenden Jahrzehnten leitete er in der Region mehrere selbst organisierte Jungenclubs, gegen die es wiederholt Beschwerden von Eltern und Behörden gab, unter anderem wegen unerlaubter Fotografien der Kinder. Er sah sich selbst als Opfer einer Verleumdungskampagne und wandte sich mehrfach brieflich an Abgeordnete und sogar an die Königin, um sich über die aus seiner Sicht ungerechtfertigten Vorwürfe zu beschweren.
Tat
Am Morgen des 13. März 1996 kappte er zunächst die Telefonleitungen der Grundschule von Dunblane und betrat gegen 9:35 Uhr die Turnhalle, in der eine Klasse mit 28 Erstklässlern für den Sportunterricht bereitstand. Mit zwei legal erworbenen 9-Millimeter-Pistolen und zwei Revolvern vom Kaliber .357 Magnum feuerte er innerhalb von drei bis vier Minuten 106 Schüsse ab. Die Lehrerin Gwen Mayor starb, als sie versuchte, ihre Schüler zu schützen. 16 Kinder und die Lehrerin kamen ums Leben, 15 weitere Personen wurden verletzt. Anschließend erschoss er sich mit einem letzten Schuss aus einem der Revolver selbst.
Nachwirkungen
Der im Oktober 1996 veröffentlichte Cullen-Bericht empfahl eine drastische Verschärfung der Waffengesetze sowie strengere Überprüfungen für Personen, die mit Kindern arbeiten. Die Firearms (Amendment) Act 1997 und ein weiteres Gesetz nach dem Regierungswechsel 1997 verboten in der Folge nahezu alle privat gehaltenen Handfeuerwaffen in England, Schottland und Wales. Die als „Snowdrop-Kampagne” bekannte Bürgerinitiative der Angehörigen trug maßgeblich zur schnellen Verabschiedung der Gesetze bei. Das Massaker bleibt bis heute der schwerste Amoklauf an einer Schule in der britischen Geschichte. Zum Tathergang selbst siehe die Schlagzeile Massaker von Dunblane: 16 Kinder und ihre Lehrerin erschossen. Anders als beim späteren Amoklauf von Cumbria, bei dem Derrick Bird 2010 zwölf Menschen tötete, führte das Massaker von Dunblane zu einem weitreichenden Verbot privater Handfeuerwaffen in Großbritannien.