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Thierry Paulin

genannt „Der Mörder der alten Damen"

Die Rue de la Goutte d'Or im 18. Pariser Arrondissement, in dessen Umfeld die Taten stattfanden
Chabe01, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0
18
Opfer
„Der Mörder der alten Damen"
verstorben
SerienmörderParis , Frankreich
Aktive Jahre
1984–1987

Thierry Paulin wurde am 28. November 1963 in Fort-de-France auf Martinique geboren. Zwischen Oktober 1984 und November 1987 tötete er zusammen mit einem Komplizen in Paris mindestens 18 alte, allein lebende Frauen, gestand später sogar 21 Morde. In Frankreich wurde er als „Mörder der alten Damen“ bekannt. Noch vor Beginn seines Prozesses starb er 1989 im Gefängnis an den Folgen von Aids.

Werdegang

Als uneheliches Kind wuchs er zunächst bei seiner Großmutter auf, die ein kleines Restaurant betrieb, sein Vater hatte die Familie kurz nach der Geburt verlassen. Ab dem zehnten Lebensjahr lebte er bei seiner Mutter, die Integration in die neue Familie mit Halbgeschwistern gelang nur schwer. Mit etwa 14 Jahren zog er zu seinem Vater nach Toulouse, absolvierte dort auch seinen Militärdienst und war zeitweise in Lorient und Toussus-le-Noble stationiert. 1984 zog er nach Nanterre bei Paris, später lebte er mit seinem Komplizen im 9. Arrondissement der Stadt.

Sein Komplize war der in Französisch-Guayana geborene Jean-Thierry Mathurin, den er als 18-Jährigen kennenlernte. Dieser war drogenabhängig, ging der Prostitution nach und arbeitete zeitweise als Kellner im Pariser Cabaret Paradis Latin.

Taten

Ab Oktober 1984 wählten die beiden Männer gezielt betagte, gebrechliche Frauen aus, die allein in bescheidenen Verhältnissen lebten, verfolgten sie bis nach Hause und zwangen sie unter Gewaltanwendung, Geld und Schmuck herauszugeben. Die Frauen wurden erwürgt, mit Kissen oder Plastiktüten erstickt oder geschlagen, mehrfach zwang er Opfer zusätzlich, Ätznatron zu schlucken. Zu den bekannten Opfern zählten die 83-jährige Anna Barbier-Ponthus, die im Oktober 1984 als erstes Todesopfer starb, sowie die 79-jährige Rachel Cohen und die 87-jährige Rose Finalteri im November 1987. Insgesamt geht man von mindestens 18 Todesopfern und mehreren weiteren Überfällen mit Überlebenden aus.

Festnahme

Erstmals festgenommen wurde er bereits im November 1982 in Toulouse, nach einem Überfall auf eine 75-jährige Frau, damals noch allein und unabhängig von den späteren Pariser Taten. Eine zweite Festnahme im August 1986 in Alfortville betraf einen Angriff auf einen Kokaindealer. Die entscheidende dritte Festnahme erfolgte am 1. Dezember 1987 in der Rue de Chabrol im 10. Arrondissement, nachdem ein Kommissar ihn anhand einer Personenbeschreibung erkannte. Nach zwei Tagen in Polizeigewahrsam gestand er 21 Morde, auch seinen Komplizen belastete er schwer, unter anderem mit dem Fund eines Kanisters Natronlauge.

Prozess und Tod

Kurz nach seiner Festnahme wurde im September 1987 bei ihm eine HIV-Infektion festgestellt, ab Anfang 1988 verschlechterte sich sein Gesundheitszustand rapide. Nach einem Jahr Krankenhausaufenthalt im nahezu vollständig gelähmten Zustand starb er am 16. April 1989 im Alter von 25 Jahren im Krankenflügel des Gefängnisses von Fresnes an den Folgen von Aids, noch bevor ihm der Prozess gemacht werden konnte. Sein Komplize Jean-Thierry Mathurin wurde am 20. Dezember 1991 wegen Beteiligung an sieben der Morde und einem Mordversuch zu lebenslanger Haft verurteilt, ab 2009 in Halbfreiheit, ab 2012 auf Bewährung entlassen.

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