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Theresa Antonini

Der Berliner Gendarmenmarkt um 1815, gemalt von Friedrich August Calau, aus der Stadt, in der Theresa Antonini geboren wurde
Friedrich August Calau, via Wikimedia Commons · Public Domain
1
Opfer
hingerichtet
TotschlägerBerlin , Deutschland
Aktive Jahre
1809
Modus Operandi
Stumpfe GewaltKomplizen

Im November 1809 erschlug Theresa Antonini gemeinsam mit ihrem Ehemann und ihrem erst 15 Jahre alten Bruder Carl auf einer Postkutschenreise von Danzig nach Wien die 24-jährige Dorothea Blankenfeld, um sie auszurauben. Als Einzige der drei Beteiligten wurde sie für die Tat hingerichtet.

Werdegang

Theresa Antonini wurde 1785 als Theresa Marschall in Berlin geboren und heiratete später einen ehemaligen italienischen Freibeuter. Über ihr Leben vor der Tat ist wenig gesichert überliefert.

Die Tat

Dorothea Blankenfeld aus Friedland war auf dem Weg zu ihrem zukünftigen Ehemann, als sie in die Postkutsche der Täterin zustieg. Das Ehepaar Antonini gab sich gegenüber der jungen Frau als französische Militärpostillione aus und begleitete sie über mehrere Stationen der Reise, offenbar in der Absicht, die wohlhabende Reisende auszurauben. Nach mehreren zunächst gescheiterten Mordversuchen unterwegs schlugen sie und ihr Ehemann Blankenfeld in der Nacht in Maitingen bei Augsburg mit einem schweren Gegenstand nieder und traten so lange auf die am Boden Liegende ein, bis sie starb.

Ermittlung und Festnahme

Ein Postmeister bemerkte blutgetränkte Zimmer sowie den Umstand, dass nach der gemeinsamen Übernachtung nur noch eine statt zwei Frauen die Kutsche bestieg. Die Behörden nahmen die Verfolgung der Fluchtroute auf und verhafteten die Täter bei Augsburg. Nach 19 Verhören gestand sie schließlich ihre Beteiligung an der Tat.

Prozess und Hinrichtung

Sie wurde gemeinsam mit ihrem Ehemann zum Tode verurteilt, ihr junger Bruder Carl erhielt wegen seines Alters lediglich zehn Jahre Haft. Ihr Ehemann entzog sich der Hinrichtung durch Verhungern in der Zelle. Theresa Antonini selbst wurde im Dezember 1809 durch das Schwert hingerichtet und zeigte sich nach zeitgenössischen Berichten bis zuletzt uneinsichtig.

Nachwirkungen

Der Fall zählt zu den ältesten dokumentierten deutschen Kriminalfällen, in denen ein aufmerksamer Zeuge, hier der Postmeister, den entscheidenden Ermittlungsansatz lieferte, lange bevor es systematische Kriminalpolizei in modernem Sinne gab.