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The Doodler

Altersprogression des unbekannten Täters, angefertigt 2018 nach einer Phantomzeichnung von 1975
San Francisco Police Department, via Wikimedia Commons · Public Domain
6
Opfer
SerienmörderSan Francisco , USA
Aktive Jahre
1974–1975
Modus Operandi
Erstechen

Eine Zeichnung in einem Nachtlokal gab einem unbekannten Täter seinen Namen. Nach dem aktuellen Ermittlungsstand des San Francisco Police Department gehören sechs getötete Männer zu der Serie aus den Jahren 1974 und 1975. Mindestens ein Überlebender berichtete, der Mann habe sich als Zeichner bezeichnet und während des Gesprächs gekritzelt.

Die Taten

Zu den namentlich bekannten Opfern zählen Gerald Cavanaugh, Joseph „Jae” Stevens, Klaus Christmann, Frederick Capin und Harald Gullberg. Im Januar 2022 identifizierte die Polizei von San Francisco mit dem 52-jährigen Postanwalt Warren Andrews, der am 27. April 1975 am Lands End gefunden worden war, ein sechstes Opfer. Der Täter erstach seine Opfer, nachdem er sie zuvor in der Öffentlichkeit angesprochen und offenbar ihr Vertrauen gewonnen hatte.

Täterbeschreibung

Überlebende Zeugen beschrieben den Täter als schwarzen Mann zwischen 19 und 25 Jahren, etwa 1,80 Meter groß und schlank gebaut. Diese Beschreibung blieb über Jahrzehnte die wichtigste, aber letztlich nicht ausreichende Spur der Ermittlungen.

Ermittlung und das Problem des Outings

Die Polizei befragte in den 1970er Jahren einen jungen Mann als Tatverdächtigen, konnte jedoch keine Anklage erheben, weil die drei überlebenden Opfer sich weigerten, als Zeugen gegen ihn auszusagen. In einer Zeit, in der Homosexualität gesellschaftlich stark stigmatisiert war und ein Gerichtsverfahren die eigene sexuelle Orientierung öffentlich gemacht hätte, wogen viele Betroffene die Risiken eines Outings schwerer als die Aussicht auf eine Verurteilung des Täters. Diese Zurückhaltung der Zeugen gilt bis heute als zentraler Grund, warum der Fall trotz eines identifizierten Verdächtigen nie zu einer Anklage führte.

Warum der Fall ungelöst blieb

Da zentrale Zeugen aus nachvollziehbaren persönlichen Gründen nicht kooperierten und forensische Methoden der 1970er Jahre begrenzt waren, blieb der Polizei über Jahrzehnte kein Weg zu einer gerichtsfesten Anklage. Die Polizei von San Francisco erklärte den Fall offiziell nie für geschlossen und veröffentlichte 2018 sowie 2019 neue Phantombilder in der Hoffnung auf späte Hinweise.

Nachwirkungen

Der Fall gilt heute auch als Beispiel dafür, wie gesellschaftliche Diskriminierung queerer Menschen die Strafverfolgung von Verbrechen gegen sie über Jahrzehnte erschweren konnte. Die Ermittlungen bleiben formal aktiv, San Francisco setzte zuletzt eine Belohnung für sachdienliche Hinweise aus, die zur Identifizierung des Täters führen.

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