Ted Bundy
- Serienmörder — Seattle , USA
- Aktive Jahre
- 1974–1978
Zweimal entkam Ted Bundy 1977 aus der Haft. Wenige Wochen nach der zweiten Flucht tötete er in Florida zwei Studentinnen und später die zwölfjährige Kimberly Leach. Die beiden Entscheidungen des Florida Supreme Court zu den Chi-Omega-Morden und zum Mord an Kimberly Leach dokumentieren die drei Schuldsprüche. Die Tötung von Laura Ann Aime ist seit April 2026 durch DNA bestätigt. Weitere 26 Tötungen räumte er erst kurz vor seiner Hinrichtung ein.
Werdegang
Seine Mutter gab ihn zunächst als jüngeren Bruder aus, bis sie später heiratete und mit ihm nach Tacoma, Washington, zog. Er galt als intelligent, redegewandt und äußerlich unauffällig, Eigenschaften, die ihm später halfen, das Vertrauen seiner Opfer zu gewinnen. Er studierte Psychologie an der University of Washington und arbeitete zeitweise für die Republikanische Partei sowie eine Beratungsstelle für Suizidprävention.
Kriminelle Aktivitäten
Sein bevorzugtes Vorgehen bestand darin, junge Frauen mit einem vorgetäuschten Gebrechen, etwa einem Gipsarm, um Hilfe zu bitten und sie so in seine Nähe zu locken. Anschließend schlug er sie nieder, verschleppte und tötete sie. Die ersten bekannten Morde beging er ab 1974 in Washington und Oregon, danach setzte er seine Taten in Utah, Colorado und schließlich Florida fort. Nach zwei Gefängnisausbrüchen 1977 tötete er in Tallahassee zwei Studentinnen der Chi-Omega-Studentinnenverbindung sowie später die zwölfjährige Kimberly Leach.
Namentlich bekannte Opfer (unvollständig, da nicht bei allen Fällen ein genaues Datum überliefert ist):
Rita Lorraine Jolly, Vicki Lynn Hollar, Katherine Merry Devine, Lynda Ann Healy, Donna Manson, Susan Rancourt, Roberta Kathleen Parks, Brenda Carol Ball, Georgeann Hawkins, Janice Ott, Denise Naslund, Melissa Smith, Laura Aime, Nancy Wilcox, Debra Kent, Susan Curtis, Nancy Baird, Debbie Smith, Caryn Campbell, Julie Cunningham, Denise Oliverson, Melanie Cooley, Margaret Bowman, Lisa Levy und Kimberly Leach.
Er selbst gestand kurz vor seiner Hinrichtung 1989 insgesamt 30 Morde, Ermittler und Kriminologen gehen jedoch teils von deutlich mehr Opfern aus. Verurteilt wurde er förmlich nur in drei Fällen: den beiden Studentinnen aus Tallahassee und Kimberly Leach.
DNA-Bestätigung im Jahr 2026
Am 1. April 2026 bestätigte das Sheriffbüro von Utah County durch einen neuen DNA-Abgleich, dass Ted Bundy für die Tötung der 17 Jahre alten Laura Ann Aime verantwortlich war. Die Jugendliche war an Halloween 1974 nach einer Feier verschwunden und rund einen Monat später im American Fork Canyon gefunden worden. Ermittler hatten Ted Bundy seit Jahrzehnten verdächtigt. Vor seiner Hinrichtung hatte er die Tat zwar allgemein eingeräumt, jedoch keine überprüfbaren Einzelheiten genannt.
Erst ein vollständiges DNA-Profil und die erneute Untersuchung des erhaltenen Beweismaterials ermöglichten die forensische Zuordnung. Laura Ann Aime war bereits in vielen Opferlisten enthalten, deshalb erhöht die Bestätigung nicht automatisch die Zahl der 30 gestandenen Morde. Sie macht aus einer lange begründeten Zuschreibung jedoch einen kriminaltechnisch bestätigten Fall. Die Hintergründe der neuen Untersuchung dokumentiert ein Bericht der Associated Press.
Festnahme und Prozess
Zur Überführung trugen unter anderem Bissspuren an einem Opfer bei, die forensisch seinem Gebiss zugeordnet werden konnten, eine der ersten Anwendungen forensischer Odontologie in einem US-Mordprozess. Der Prozess wurde landesweit im Fernsehen übertragen, was maßgeblich zu seiner öffentlichen Bekanntheit beitrug.
Hinrichtung
Er wurde am 24. Januar 1989 im Florida State Prison auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet.
Nachwirkungen
Der Fall Ted Bundy prägte die kriminalpsychologische Forschung zu Serienmördern nachhaltig, insbesondere zum Zusammenhang zwischen äußerer Unauffälligkeit und extremer Gewaltbereitschaft. Er ist bis heute Gegenstand zahlreicher Dokumentationen, Bücher und Verfilmungen.
Dieser Fall zählt zu den in der Story Die 5 grausamsten Serienmörder aller Zeiten versammelten Verbrechen.
Welche Rolle das Kriminalprofiling bei der Aufklärung dieses Falls tatsächlich spielte, ordnet der Beitrag Profiling und Zufall bei der Festnahme ein.
Weitere Bezüge zu Ted Bundy enthalten die Profile zu Gary Heidnik und Gary Ridgway.