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Steven Grieveson

genannt „The Sunderland Strangler"

Der Leuchtturm am Roker Pier in Sunderland, unweit mehrerer Fundorte der Opfer
Steve F, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 2.0
4
Opfer
„The Sunderland Strangler"
inhaftiert
SerienmörderSunderland , Großbritannien
Aktive Jahre
1990–1994

Drei tote Jugendliche binnen weniger Monate, alle aus derselben Schule, alle in einem kleinen Radius rund um dieselben verlassenen Grundstücke gefunden: Sunderland geriet Anfang 1994 in Panik. Erst zwanzig Jahre nach seiner ersten Verurteilung gestand Steven Grieveson auch den Mord, der die Serie tatsächlich eröffnet hatte, den an einem 14-jährigen Jungen im Jahr 1990.

Werdegang

Er wurde am 14. Dezember 1970 in Sunderland geboren und wuchs im heruntergekommenen Stadtteil Roker auf. Nach eigenen späteren Aussagen versuchte er verzweifelt, seine eigene Homosexualität vor seinem Umfeld zu verbergen, ein Motiv, das Ermittler später bei allen vier Taten als roten Faden identifizierten.

Die Taten

Sein erstes bekanntes Opfer war der 14-jährige Simon Martin, der im Mai 1990 in einem Wohnblock in Roker starb. Danach folgte eine mehrjährige Pause, bis die Serie im Winter 1993/94 eskalierte: Am 26. November 1993 tötete er den 18-jährigen Thomas Kelly in einem verlassenen Geräteschuppen in Fulwell und steckte die Leiche in Brand. Am 4. Februar 1994 starb der 15-jährige David Hanson in der Roker Terrace, am 25. Februar 1994 der ebenfalls 15-jährige David Grieff auf einem Brachgelände in Fulwell, nur rund fünfzig Meter von Thomas Kellys Fundstelle entfernt. Drei der vier Opfer besuchten dieselbe Schule, die Monkwearmouth Academy.

Ermittlung und Festnahme

Am 11. März 1994 nahm die Polizei ihn zunächst wegen eines versuchten Einbruchs fest, im Zuge der Vernehmungen gerieten die drei jüngsten Morde in seinen Fokus. Zeugenaussagen ehemaliger Marinesoldaten und Nachbarn brachten ihn schließlich mit allen drei Fällen aus dem Winter 1993/94 in Verbindung.

Prozesse

Am 28. Februar 1996 verurteilte das Leeds Crown Court ihn wegen der Morde an Thomas Kelly, David Hanson und David Grieff zu drei lebenslangen Freiheitsstrafen mit einer Mindestverbüßungsdauer von 35 Jahren. Der älteste Fall, der Mord an Simon Martin von 1990, blieb zunächst ungeklärt. Erst 2012 legte er ein Geständnis ab, bestritt darin jedoch den Tötungsvorsatz. Die Justiz glaubte ihm nicht: Am 24. Oktober 2013 verhängte das Newcastle Crown Court eine vierte lebenslange Haftstrafe.

Nachwirkungen

Steven Grieveson sitzt bis heute im Hochsicherheitsgefängnis HMP Full Sutton in Yorkshire ein. Der Fall zählt zu den prägendsten Kriminalfällen im Nordosten Englands der 1990er Jahre und zeigt, wie lange ein früher, zunächst isoliert betrachteter Mord unentdeckt bleiben kann, selbst wenn derselbe Täter später wegen ganz ähnlicher Taten verurteilt wird.

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