Stephen Paddock
- Massenmörder — Las Vegas , USA
- Aktive Jahre
- 2017
- Modus Operandi
- Erschießen
Stephen Paddock erschoss am Abend des 1. Oktober 2017 von einem Hotelzimmer im 32. Stock des Mandalay Bay in Las Vegas aus 60 Besucher des Country-Musikfestivals „Route 91 Harvest” und verletzte über 860 weitere Menschen. Es ist bis heute das folgenschwerste Massenschießen durch einen Einzeltäter in der Geschichte der USA. Als die Polizei rund eine Stunde später sein Zimmer stürmte, hatte er sich bereits selbst getötet. Ein Motiv konnte trotz umfangreicher Ermittlungen nie festgestellt werden.
Werdegang
Er wurde 1953 geboren und arbeitete zeitweise als Buchprüfer und Immobilienunternehmer, zuletzt lebte er als Rentner in Mesquite, Nevada. Sein Vater Benjamin Paddock war in den 1960er- und 1970er-Jahren als Bankräuber auf der Fahndungsliste des FBI geführt worden. Er selbst war zweimal geschieden und lebte zuletzt mit einer langjährigen Partnerin zusammen, mit der Polizei hatte er zuvor nur wegen geringfügiger Verkehrsdelikte zu tun. Er war als Hochrisiko-Glücksspieler bekannt, spezialisiert auf Video-Poker, verlor jedoch in den letzten beiden Jahren vor der Tat erhebliche Geldsummen und zog sich zunehmend von seiner Partnerin zurück.
Kriminelle Aktivitäten
Am 1. Oktober 2017 gegen 22:05 Uhr Ortszeit zerschlug er mit einem Hammer die Fenster seiner beiden Suiten im 32. Stock des Mandalay Bay Hotels und eröffnete aus rund 490 Metern Entfernung das Feuer auf die Besucher des Musikfestivals auf dem gegenüberliegenden Gelände. Er verwendete 24 Schusswaffen, größtenteils halbautomatische Gewehre vom Typ AR-15 und AR-10, mehrere davon mit sogenannten Bump Stocks ausgestattet, die eine annähernd automatische Feuerrate ermöglichten. Innerhalb weniger Minuten feuerte er mehr als 1.000 Schuss ab. 60 Menschen starben, mehr als 860 wurden verletzt, davon mindestens 413 durch Schuss- oder Splitterverletzungen.
Ermittlung und Ende
Rund eine Stunde nach dem Ende der Schüsse verschaffte sich die Polizei mit einer Sprengladung Zugang zu seinem Zimmer und fand ihn tot auf, er hatte sich selbst durch einen Schuss in den Mund getötet. In seinem Zimmer fanden Ermittler nicht aufzeichnende Überwachungskameras, handschriftliche Notizen mit Entfernungs- und Flugbahnberechnungen sowie eine kugelsichere Weste und ein ungenutztes Atemschutzgerät.
Ermittlungsergebnisse
Der Abschlussbericht der Polizeibehörde von Las Vegas vom August 2018 fand keine Hinweise auf eine Verschwörung oder einen zweiten Schützen und schloss, dass er allein gehandelt hatte. Die Verhaltensanalyse-Einheit des FBI erklärte im Januar 2019, es habe „keinen einzelnen oder eindeutigen Beweggrund” für die Tat gegeben, ein Motiv blieb damit offiziell ungeklärt.
Nachwirkungen
Der Munitionshändler Douglas Haig wurde 2020 wegen der illegalen Herstellung panzerbrechender Munition, die er an Stephen Paddock verkauft hatte, zu 13 Monaten Haft verurteilt. Die Tat löste in den USA eine breite Debatte über sogenannte Bump Stocks aus, die das Justizministerium im Dezember 2018 verbot, ein Verbot, das der Oberste Gerichtshof der USA 2024 wieder aufhob.