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Simone Weber

genannt „Teufelin von Nancy"

Simone Weber links bei einer Begegnung im Jahr 2006
Maurice devalbonne, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0
1
Opfer
„Teufelin von Nancy"
verstorben
TotschlägerNancy , Frankreich
Aktive Jahre
1985

Simone Raymonde Marie Weber wurde am 28. Oktober 1930 im lothringischen Ancerville geboren und starb am 11. April 2024 im südfranzösischen Cannes. Die Öffentlichkeit kannte sie als „Teufelin von Nancy”: 1991 wurde sie verurteilt, ihren Liebhaber Bernard Hettier 1985 getötet und die Leiche mit einer Trennschleifmaschine zerlegt zu haben, wobei nur ein Torso je gefunden wurde.

Werdegang

Simone wuchs bei ihrer Mutter auf, ihre Eltern hatten sich getrennt, als sie vier Jahre alt war. Ohne höhere Bildung heiratete sie früh, bekam fünf Kinder und trennte sich von ihrem alkoholkranken Ehemann. Der frühe Tod zweier ihrer Kinder gilt in späteren Beschreibungen als Wendepunkt, nach dem sie zunehmend zu Lügengeschichten und einem ausgeprägten Misstrauen gegenüber ihrer Umgebung neigte.

1977 bewarb sie sich unter falschen Angaben, unter anderem als pensionierte Philosophieprofessorin, als Haushaltshilfe bei dem 81-jährigen Marcel Fixard. Am 22. April 1980 ließ sie sich in Strasbourg mit einem Hochstapler, der sich als Marcel Fixard ausgab, standesamtlich trauen, ohne dass der echte Mann davon wusste. Nur drei Wochen später starb er überraschend. Simone legte ein gefälschtes Testament zu ihren Gunsten vor und übernahm sein Haus in Rosières-aux-Salines. Ein Ermittlungsrichter verdächtigte sie, ihn mit dem über gefälschte Rezepte beschafften Herzmittel Digitalis vergiftet zu haben, bei einer späteren Exhumierung ließ sich das jedoch nicht mehr nachweisen.

Die Tat an Bernard Hettier

Ab Oktober 1981 unterhielt Simone ein Verhältnis mit dem 55-jährigen Bernard Hettier, den sie kennengelernt hatte, als er ihren Rasen mähte. Nach etwa einem Jahr beendete er die Beziehung, da ihm Simones Eifersucht und Besitzansprüche zu weit gingen, nach eigener Aussage fühlte er sich seither von ihr verfolgt.

Am 22. Juni 1985 verschwand Bernard Hettier aus seiner Wohnung in Nancy. Nachbarn wollen beobachtet haben, wie Simone ihn kurz zuvor mit einem Gewehr bedrohte. Am Tag seines Verschwindens hörte eine Nachbarin lautes Rumoren, gefolgt vom mehrminütigen Lärm eines Elektrowerkzeugs, anschließend wurde Simone dabei gesehen, wie sie mehrere blaue Müllsäcke in ihr Auto lud. Am 15. September 1985 fand man in der Marne bei Poincy einen menschlichen Torso ohne Kopf und Gliedmaßen, der nie zweifelsfrei identifiziert werden konnte.

Ermittlung und Prozess

Die Ermittler stießen auf eine gemietete Trennschleifmaschine mit Blut- und Gewebespuren, rund 40 gefälschte Praxisstempel zum Ausstellen falscher Rezepte sowie verschlüsselte Telefonate zwischen Simone und ihrer Schwester, in denen sie über “Bernadette” sprachen, ein Deckname für ihn. Sein Auto fand sich in einer Garage in Cannes wieder, die von der Schwester angemietet worden war. Am 8. November 1985 wurde Simone verhaftet.

Der Prozess vor dem Schwurgericht des Départements Meurthe-et-Moselle in Nancy begann am 17. Januar 1991 und dauerte sechs Wochen, begleitet von enormem Medieninteresse. Simone wechselte im Lauf des Verfahrens rund 25 Verteidiger, darunter bekannte Anwälte, die sie teils selbst wieder entließ. Am 28. Februar 1991 sprachen die Geschworenen sie vom Vorwurf der Vergiftung Fixards frei, verurteilten sie jedoch wegen des nicht vorsätzlichen Tötens und der Zerstückelung Hettiers zu zwanzig Jahren Haft. Der Kassationshof bestätigte das Urteil im Januar 1992.

Nachwirkungen

Simone Weber bestritt ihre Schuld bis zuletzt und wurde am 17. November 1999 nach 14 Jahren Haft, die Untersuchungshaft eingerechnet, entlassen. Sie zog zu ihrer Schwester nach Cannes, trat noch Jahre später im französischen Fernsehen und Radio auf, um ihre Unschuld zu beteuern, und beantragte 2017 erfolglos eine Wiederaufnahme des Verfahrens. Sie starb 2024 im Alter von 93 Jahren, ohne dass der Verbleib von Bernard Hettiers Kopf und Gliedmaßen je geklärt wurde.