Sid Ahmed Rezala
- Aktive Jahre
- 1999
Eine blutverschmierte Kappe blieb im Nachtzug Calais–Ventimiglia zurück. Sie führte die Ermittler zu Sid Ahmed Rezala, der im Herbst 1999 binnen zwei Monaten mit drei getöteten Frauen in Verbindung gebracht wurde. Er räumte die Taten später gegenüber der Presse und in einer schriftlichen Erklärung ein, starb aber vor einer gerichtlichen Klärung in portugiesischer Auslieferungshaft.
Werdegang
Sid Ahmed Rezala wurde am 13. Mai 1979 in El Biar bei Algier geboren und zog 1994 mit seiner Familie nach Marseille. Schon als Jugendlicher wurde er wegen Gewaltdelikten verurteilt. Im Mai 1999 kam er aus der Haft frei, wenige Monate bevor die spätere Mordserie begann.
Die drei Fälle
Am 13. Oktober 1999 wurde die zwanzigjährige britische Studentin Isabel Peake an der Bahnstrecke bei Châbenet gefunden. Die Ermittlungen ergaben, dass sie aus einem fahrenden Zug gestoßen worden war; in einer späteren schriftlichen Erklärung gab Rezala außerdem an, sie zuvor gewürgt zu haben. Am 29. Oktober verschwand die zwanzigjährige Émilie Bazin in Amiens. Ihre Leiche wurde im Dezember im Keller des Hauses entdeckt, in dem Rezala zeitweise gewohnt hatte.
Am 14. Dezember 1999 wurde Corinne Caillaux in einer Toilette des Nachtzugs Calais–Ventimiglia mit vierzehn Messerstichen getötet. Ihr kleiner Sohn schlief währenddessen in einem Abteil. Die im Zug gefundene blutige Kappe und die kurz zuvor erfolgte Fahrkartenkontrolle lenkten den Verdacht unmittelbar auf Rezala.
Flucht, Festnahme und Tod
Rezala floh über Spanien nach Portugal. Portugiesische und französische Beamte nahmen ihn am 11. Januar 2000 nahe Lissabon fest. Da französische Ermittler ihn aus Verfahrensgründen nicht zu den Tatvorwürfen vernehmen konnten, stützte sich die öffentliche Darstellung seiner Einlassungen vor allem auf eine im Mai veröffentlichte „Beichte“ im Figaro Magazine und eine schriftliche Erklärung.
In der Nacht vom 28. auf den 29. Juni 2000 setzte er in seiner Zelle eine Matratze in Brand und starb an den Folgen des Feuers. Damit kam es weder zu einer Auslieferung noch zu einem Strafprozess. Die drei Tötungen gelten aufgrund der Indizien und seiner Erklärungen als eng mit ihm verbunden, wurden aber nie durch ein Urteil festgestellt.