Sergei Golowkin
- Aktive Jahre
- 1986–1992
- Modus Operandi
- VergewaltigungErwürgenZerstückelung
Als der Prozess im August 1994 begann, musste sich ein Moskauer Pferdezüchter wegen der Tötung von elf Jungen verantworten. Der zeitgenössische Kommersant-Bericht nennt Sergei Golowkin und die beiden Decknamen, unter denen Ermittler ihn gesucht hatten. Zwei Monate später verurteilte ihn das Moskauer Gebietsgericht wegen elf Vergewaltigungen und Morden zum Tode.
Werdegang
Er wurde am 26. November 1959 in Moskau geboren, litt an einer angeborenen Brustbeinfehlbildung sowie chronischen Atemwegs- und Verdauungsproblemen und galt in der Schule als Einzelgänger. Sein Vater war Alkoholiker, seine Eltern ließen sich 1988 scheiden. 1982 schloss er die Timirjasew-Agraruniversität ab und arbeitete anschließend erfolgreich als Pferdezüchter auf einer Pferderennbahn und einem Gestüt. Bereits 1984 versuchte er, einen Jungen zu vergewaltigen und zu töten, sein erster bekannt gewordener Übergriff.
Kriminelle Aktivitäten
Am 19. April 1986 vergewaltigte und erwürgte Sergei den 16 Jahre alten Andrei Pawlow nahe einem Bahnhof im Moskauer Umland. Am 10. Juli 1986 entführte er den 14-jährigen Andrei Guljajew aus einem Sommerlager und zerstückelte dessen Leiche. Am 23. September 1989 tötete er den zehnjährigen Sergei Strotschkin. Ab 1988 baute er in seiner Garage ein verstecktes Kellerverlies, in dem er zwischen August 1990 und September 1992 acht weitere Jungen im Alter zwischen 10 und 16 Jahren folterte, vergewaltigte und tötete, darunter am 15. September 1992 gleich drei Opfer: den 12-jährigen Juri Sidjakin, den 13 Jahre alten Wladislaw Scharikow und den 12-jährigen Denis Jefremow. Mehrere Leichen zerstückelte er, an manchen Toten beging er zudem Nekrophilie.
Ermittlung und Festnahme
Am 5. Oktober 1992 entdeckten Pilzsammler die Leichen der drei letzten Opfer. Die Polizei nahm Sergei Golowkin am 19. Oktober 1992 fest, zunächst bestritt er die Taten, gestand jedoch nach intensiven Verhören. Bei der Durchsuchung seiner Garage fanden Ermittler unter anderem eine Babywanne mit verbrannten Haut- und Blutresten sowie Kleidungsstücke und Körperteile der Opfer.
Prozess
Er gestand insgesamt elf Morde. Ein psychiatrisches Gutachten stufte ihn als schuldfähig ein, attestierte ihm jedoch eine schizoide Persönlichkeitsstörung mit ausgeprägter Psychopathie. Am 19. Oktober 1994 verurteilte ihn ein Moskauer Gericht zum Tode.
Hinrichtung
Am 2. August 1996 wurde Sergei Golowkin im Moskauer Butyrka-Gefängnis durch einen Schuss in den Hinterkopf hingerichtet. Er war der letzte Mensch, der in Russland vor Inkrafttreten des bis heute geltenden Hinrichtungsmoratoriums exekutiert wurde.
Nachwirkungen
Ermittler gingen davon aus, dass seine tatsächliche Opferzahl über die elf gerichtlich festgestellten Fälle hinausgeht, konkrete weitere Anklagen kamen jedoch nicht mehr zustande. Sein Fall zählt bis heute zu den folgenschwersten Kriminalfällen der späten Sowjetunion und des frühen postsowjetischen Russlands.