Schlächter von Mons
- Serienmörder — Mons , Belgien
- Aktive Jahre
- 1996–1997
- Modus Operandi
- ErwürgenZerstückelung
Zwischen Januar 1996 und dem Sommer 1997 tötete ein bis heute nicht identifizierter Täter in und um die belgische Stadt Mons mindestens fünf Menschen und zerlegte ihre Leichen anschließend mit auffallender chirurgischer Präzision in Einzelteile. Die Presse nannte den nie gefassten Täter „Schlächter von Mons”. Die sterblichen Überreste wurden über Monate verteilt in Müllsäcken an Straßenrändern, in Flüssen und an anderen Orten in Belgien und Nordfrankreich gefunden.
Die Opfer
Am 4. Januar 1996 verschwand die 42-jährige Carmelina Russo, im Juli 1996 die 43-jährige Martine Bohn, im Dezember 1996 die 33-jährige Jacqueline Leclercq, im März 1997 die 21-jährige Nathalie Godart und im weiteren Verlauf des Jahres 1997 die 37-jährige Begonia Valencia. Alle fünf Frauen hielten sich regelmäßig im Umfeld des Bahnhofs von Mons auf und kämpften nach übereinstimmenden Berichten mit sozialen oder familiären Problemen.
Modus Operandi
Die Opfer wurden zunächst erwürgt oder erstickt, anschließend zerlegte der Täter die Leichen postmortal mit einer Metallsäge in insgesamt 38 dokumentierte Einzelteile, verteilt auf 15 Müllsäcke. Die Überreste tauchten zwischen März 1997 und April 1998 an Straßenrändern sowie in den Flüssen Haine und Trouille rund um Mons und im angrenzenden Nordfrankreich auf. Die systematische Zerstückelung erschwerte die Identifizierung der Opfer erheblich und verzögerte die Ermittlungen um Monate.
Ermittlung
Da an keinem der zahlreichen Fundorte verwertbare biologische Spuren, Fingerabdrücke oder Zeugenaussagen vorlagen, blieben den belgischen Ermittlern kaum Ansatzpunkte. Die auffällige anatomische Präzision der Schnitte legte für manche Ermittler eine medizinische oder metzgerhandwerkliche Vorbildung des Täters nahe, ein bestätigter Verdächtiger mit einem solchen Hintergrund wurde jedoch nie benannt.
Warum der Fall ungelöst blieb
Ohne forensische Spuren und mit Opfern, die aus einem gesellschaftlichen Randmilieu stammten, in dem Verschwindensfälle zunächst kaum systematisch verfolgt wurden, blieb den Ermittlern über Jahre kein tragfähiger Ansatzpunkt. Die Verteilung der Leichenteile über zwei Länder erschwerte zusätzlich die Zuständigkeitsklärung zwischen belgischen und französischen Behörden.
Nachwirkungen
Der Fall zählt zu den bekanntesten ungeklärten Kriminalfällen Belgiens und wurde in mehreren True-Crime-Podcasts und Dokumentationen aufgearbeitet. Die strafrechtliche Verjährungsfrist für die Taten läuft in Belgien nach aktuellem Stand 2027 aus, was in den vergangenen Jahren erneutes öffentliches Interesse an einer Aufklärung vor Fristablauf weckte.