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Samuel Atherley

Der Marktplatz im Ort Arnold bei Nottingham, wo Samuel Atherley 1909 seine Lebensgefährtin und ihre drei Kinder tötete
Alan Murray-Rust / Geograph Britain and Ireland / Wikimedia Commons · CC BY-SA 2.0
4
Opfer
hingerichtet
MassenmörderArnold , Großbritannien
Aktive Jahre
1909
Modus Operandi
ErstechenStumpfe Gewalt

„Du musst gehen”, soll Matilda Lambert zu ihrem Lebensgefährten gesagt haben, nach sieben gemeinsamen Jahren. Innerhalb weniger Stunden verwandelte sich dieser eine Satz in eine der grausamsten Familientragödien im England des frühen 20. Jahrhunderts.

Werdegang

Samuel Atherley wurde 1889 geboren und diente als junger Mann eine Zeit lang im britischen Militär. Obwohl er formal noch verheiratet war, hatte er seine Ehefrau längst verlassen und lebte seit sieben Jahren mit Matilda Lambert und ihren drei Kindern aus einer früheren Beziehung in Robinson’s Yard im Ort Arnold, unweit von Nottingham. Nach außen wirkte das Zusammenleben gewöhnlich, tatsächlich aber häuften sich Spannungen, die schließlich in der Nacht vom 9. auf den 10. Juli 1909 eskalierten.

Die Tat

Am Abend des 9. Juli 1909 eröffnete ihm seine Lebensgefährtin, dass sie sich von ihm trennen wolle und er die gemeinsame Unterkunft verlassen solle. Noch in derselben Nacht schlug er ihr mit einem Hammer auf den Kopf, bevor er ihr mit einem Rasiermesser die Kehle durchschnitt. Danach tötete er auf dieselbe grausame Weise ihre drei Kinder: den achtjährigen John, die fünfjährige Annie und den zweijährigen Samuel. Anschließend setzte er das Rasiermesser auch bei sich selbst an, überlebte den eigenen Suizidversuch jedoch.

Ermittlung und Festnahme

Am Morgen des 10. Juli 1909 wurden die vier Leichen in der gemeinsamen Unterkunft entdeckt, er selbst lag schwer verletzt daneben. Weil an ihm keine Zweifel an der Täterschaft bestanden, nahm ihn die Polizei noch am selben Tag fest, sobald er transportfähig war.

Prozess und Hinrichtung

Vor Gericht bestritt er die vierfache Tötung nicht. Am 14. Dezember 1909 wurde er im Gefängnis von Nottingham durch die Henker Henry und Thomas Pierrepoint gehängt, einem Vater-Sohn-Gespann, das zu den bekanntesten Scharfrichtern des Landes zählte.

Nachwirkungen

Der Fall erschütterte die kleine Gemeinde Arnold zutiefst, historische Fotografien zeigen große Trauerzüge bei der Beerdigung der vier Opfer. Er zählt bis heute zu den dokumentierten Beispielen dafür, wie eine einzelne Zurückweisung in explosive häusliche Gewalt umschlagen konnte, lange bevor es systematische Schutzmaßnahmen für gefährdete Frauen und Kinder gab.