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Rosemary West

Die High Street in Gloucester, der Stadt, in der Rosemary West lebte und mordete
Wikimedia Commons / Steve Bennett (stevage) · CC BY-SA 3.0

Zehn Schuldsprüche nach einem 28-tägigen Prozess trennten Rosemary West juristisch von ihrem Mann, der vor seinem eigenen Verfahren starb. Das Polizeiarchiv von Gloucestershire dokumentiert Ausgrabungen, Beweisaufbereitung und Prozess. Sie verbüßt wegen der zwischen 1971 und 1987 begangenen Morde eine lebenslange Strafe ohne Aussicht auf Entlassung.

Werdegang

Rosemary Letts lernte Fred West 1969 mit 15 Jahren kennen. Ihre Eltern lehnten die Beziehung ab und meldeten sie wegen des Verdachts der Prostitution beim Jugendamt, sie wurde vorübergehend in einem Heim für schwer erziehbare Jugendliche untergebracht. Trotzdem zog sie zu Fred West, wurde von ihm schwanger und heiratete ihn 1972. Kurz darauf bezog das Paar das Haus in der Cromwell Street 25 in Gloucester.

Rolle im Haushalt und erste Tat

In der Cromwell Street arbeitete Rosemary als Prostituierte, wobei Fred sie ermutigte, Kunden aus der westindischen Gemeinde Gloucesters anzuwerben, und sie heimlich durch Gucklöcher und ein Babyphon beobachtete. Sie kontrollierte die Haushaltskasse und trug den einzigen Schlüssel zu ihrem Zimmer stets bei sich.

Ihr erstes bekanntes Opfer war Charmaine, Fred Wests Tochter aus dessen erster Ehe und Rosemarys Stieftochter. Sie tötete das Kind im Sommer 1971, während ihr Mann im Gefängnis saß. Gegenüber Nachbarn behauptete sie, das Kind sei zu seiner Mutter gezogen.

Taten

Gemeinsam mit ihrem Mann lockte Rosemary über die folgenden anderthalb Jahrzehnte junge Frauen und Mädchen ins Haus, folterte und tötete sie:

Auch die eigenen Kinder wurden über Jahre hinweg misshandelt und sexuell missbraucht. Rosemary war 1972 selbst daran beteiligt, als Fred die achtjährige Anna Marie, ihre Stieftochter, vergewaltigte, und ermutigte ihn dabei nach späteren Aussagen des Kindes ausdrücklich. Ab deren 13. Lebensjahr zwang das Paar Anna Marie zudem zur Prostitution im eigenen Haus.

Ermittlung und Festnahme

Nachdem 1992 bekannt wurde, dass Fred West seine Tochter Louise mehrfach vergewaltigt hatte, durchsuchte die Polizei das Haus, ohne zunächst Beweise für die zurückliegenden Morde zu finden. Erst 1994 führte die Aussage einer weiteren Tochter zu einem Durchsuchungsbefehl für die Cromwell Street 25. Nachdem ihr Mann die Tötung der gemeinsamen Tochter Heather gestanden hatte, wurde Rosemary am 20. April 1994 zunächst wegen älterer Missbrauchsvorwürfe festgenommen, am 25. April dann wegen des Mordes an Lynda Gough angeklagt. Bei jeder weiteren Anklage antwortete sie lediglich: „Ich bin unschuldig.”

Prozess

Anders als ihr Mann, der sich vor Prozessbeginn das Leben nahm, musste sich Rosemary West vor Gericht verantworten. Im November 1995 wurde sie wegen zehn Morden für schuldig befunden und zu zehn lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt. Später wurde verbindlich festgelegt, dass sie die Haft bis zu ihrem Tod verbüßen muss.

Nachwirkungen

Rosemary West sitzt bis heute in Haft und hat nie ein Geständnis abgelegt. Der Fall gilt in Großbritannien als einer der erschütterndsten der Kriminalgeschichte, insbesondere weil eine Frau über Jahre aktiv an der Folterung und Tötung junger Frauen und der eigenen Kinder beteiligt war.

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