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Rory Conde

genannt „Tamiami Trail Strangler"

Polizeifoto von Rory Conde, Florida Department of Law Enforcement
Florida Department of Law Enforcement, via Wikimedia Commons · Public Domain
6
Opfer
„Tamiami Trail Strangler"
inhaftiert
SerienmörderMiami , USA
Aktive Jahre
1994–1995
Modus Operandi
Erwürgen

Rory Enrique Conde wurde am 14. Juni 1965 im kolumbianischen Barranquilla geboren. Zwischen September 1994 und Januar 1995 erwürgte er in Miami sechs Menschen, überwiegend drogenabhängige Sexarbeiterinnen, und wurde dafür in den Medien als „Tamiami Trail Strangler“ bekannt, benannt nach dem Fernstraßenzug Tamiami Trail, an dem er mehrere Leichen ablegte.

Werdegang

Seine Mutter starb an den Folgen von Tetanus, als er erst sechs Monate alt war. Die ersten Lebensjahre verbrachte er bei seiner Großmutter in Kolumbien, bevor er im Alter von zwölf Jahren zu seinem Vater Gustavo nach Miami zog, zu dem er zeitlebens ein angespanntes Verhältnis hatte. 1987 heiratete er Carla, mit der er zwei Kinder bekam. Die Ehe verschlechterte sich zunehmend, dokumentiert sind wiederholte häusliche Gewalt und Drohungen gegen seine Frau. Ab 1994 arbeitete er als Vertreter für Baumaterialien bei einer Firma namens Booker & Co. Nach außen wirkte er unauffällig, während er parallel begann, gezielt Sexarbeiterinnen entlang des Tamiami Trail anzusprechen.

Kriminelle Aktivitäten

Er suchte seine Opfer auf der Straße, meist entlang des Tamiami Trail im Westen Miamis, und lockte sie unter dem Vorwand bezahlten Sexes in seine Wohnung. Dort kam es zunächst zu sexuellen Handlungen, bevor er die Frauen von hinten erwürgte. An mindestens einer Leiche hinterließ er eine höhnische Nachricht für die Ermittler. Die Taten fanden über rund vier Monate in dichter Folge statt.

Namentlich bekannte Opfer (chronologisch):

  1. Lazaro Comesana (27), 17. September 1994
  2. Elisa Martinez (44), 8. Oktober 1994
  3. Charity Fay Nava (23), 20. November 1994
  4. Wanda Cook Crawford (38), 25. November 1994
  5. Necole Schneider (28), Dezember 1994 (Quellen nennen den 17. und den 19. Dezember als Datum)
  6. Rhonda Dunn (21), 12. Januar 1995

Ermittlung und Festnahme

Die Polizei von Miami-Dade richtete eine Sonderkommission mit über 100 Beamten ein, die mehr als 1.000 Verdächtige überprüfte und den Fall über Monate hinweg mit einem Budget von fast zwei Millionen Dollar bearbeitete. Den entscheidenden Hinweis lieferte am 19. Juni 1995 eine überlebende Frau, Gloria Maestre, die sich in seiner Wohnung befreien konnte, während er kurz abwesend war, und durch ihre Hilferufe Nachbarn alarmierte. Fünf Tage später, am 24. Juni 1995, nahm die Polizei ihn im Haus seiner Großmutter in Hialeah fest. DNA-Spuren verbanden ihn anschließend mit den ungeklärten Morden entlang des Tamiami Trail.

Prozess

Im Oktober 1999 wurde er wegen des Mordes an Rhonda Dunn vor Gericht gestellt und für schuldig befunden. Am 7. März 2000 verhängte das Gericht die Todesstrafe. Im April 2001 bekannte er sich im Rahmen einer Absprache zusätzlich der fünf übrigen Morde schuldig und erhielt dafür fünf lebenslange Freiheitsstrafen ohne Möglichkeit vorzeitiger Entlassung. Ein Berufungsverfahren blieb 2003 erfolglos. 2016 wurde das Todesurteil infolge der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA im Fall Hurst v. Florida aufgehoben, da Todesurteile in Florida damals von Geschworenen nicht einstimmig getragen werden mussten. Nach einem Bericht vom April 2026 steht das neue Strafmaßverfahren weiterhin aus. Unabhängig davon verbüßt er fünf lebenslange Haftstrafen ohne Möglichkeit vorzeitiger Entlassung.

Nachwirkungen

Der Fall zählt zu den aufwendigsten Mordermittlungen in der Geschichte von Miami-Dade County und wird häufig als Beispiel dafür angeführt, wie Sexarbeiterinnen als Opfergruppe lange nur eingeschränkte öffentliche und ermittlungstechnische Aufmerksamkeit erhielten, bevor DNA-Analysen den entscheidenden Durchbruch brachten.

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