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Ronald Jebson

Waldweg im Epping Forest bei London, wo Ronald Jebson 1970 die Leichen zweier Kinder versteckte
Mx. Granger / Wikimedia Commons · CC0 1.0
3
Opfer
verstorben
SerienmörderEnfield , Großbritannien
Aktive Jahre
1970–1974
Modus Operandi
ErwürgenVergewaltigung

Am 31. März 1970 gehen zwei Kinder aus Enfield im Norden Londons spazieren und kommen nie zurück. Elf Wochen später findet ein Hundehalter ihre Leichen versteckt in einer Astenhütte am Rand des Epping Forest. Die Polizei befragt 15.000 Menschen, durchsucht Tausende Häuser, und findet doch keine Spur. Fast dreißig Jahre lang bleibt der Fall ein ungelöstes Rätsel, bis sich der Täter selbst meldet, aus einer Gefängniszelle heraus, in der er bereits eine lebenslange Strafe für einen weiteren Kindermord verbüßt: Ronald Jebson.

Werdegang

Ronald Jebson wurde im August 1938 unter dem Namen Ronald Harper geboren und trug über weite Strecken seines Lebens beide Namen. Bereits vor 1970 war er wegen mehrerer Sexualdelikte an Kindern vorbestraft. Am 2. März 1970, nur 29 Tage vor seiner ersten bekannten Mordtat, wurde er aus einer solchen Haftstrafe entlassen.

Die Morde an Susan Blatchford und Gary Hanlon

Am 31. März 1970 lockte er die elfjährige Susan Blatchford und den zwölfjährigen Gary Hanlon, die zusammen in Enfield unterwegs waren, in sein Auto. Er gab ihnen eine Mischung aus Alkohol und Cannabis, fuhr sie zu einem abgelegenen Waldstück am Epping Forest und brachte beide Kinder in einer selbst gebauten Vogelbeobachtungshütte um, nachdem er sie sexuell missbraucht hatte. Anschließend ließ er die Leichen dort zurück.

Die Polizei unter Chief Superintendent Leonard Read startete eine der größten Suchaktionen der britischen Geschichte, über 600 Beamte befragten mehr als 15.000 Menschen und durchsuchten über 4.350 Wohnungen. Erst am 17. Juni 1970 entdeckte ein Spaziergänger mit Hund die stark verwesten Leichen, die Identifizierung gelang nur über Zahnunterlagen. Der zuständige Gerichtsmediziner konnte die Todesursache nicht eindeutig feststellen und gab im September 1970 einen offenen Untersuchungsbeschluss ab. Die Ermittlungen kamen faktisch zum Erliegen.

Der Mord an Rosemary Papper 1974

Im Juni 1974 tötete er die achtjährige Rosemary Papper, die Tochter einer Familie, bei der er zuvor gewohnt hatte. Er lockte das Mädchen auf ein Feld, vergewaltigte und erwürgte sie mit einer Schnur. Diesmal wurde er rasch gefasst, bekannte sich schuldig und erhielt eine lebenslange Freiheitsstrafe mit einer Mindestverbüßungsdauer von 20 Jahren.

Geständnis und späte Verurteilung

Fast ein Vierteljahrhundert später, im Mai 1996, meldete er sich erstmals bei Scotland Yard, zunächst mit falschen Angaben zu angeblichen anderen Verdächtigen. Am 24. August 1998 legte er aus dem Gefängnis heraus ein förmliches Geständnis für die Morde an Susan Blatchford und Gary Hanlon ab und schilderte den Tathergang im Detail. Ermittler ließen daraufhin Susan Blatchfords Leiche exhumieren und fanden Rippenbrüche, die zu seiner Schilderung des Würgevorgangs passten. Am 28. März 2000 wurde er formell angeklagt, am 9. Mai 2000 bekannte er sich am Old Bailey schuldig. Richter David Stokes verurteilte ihn zu zwei weiteren, parallel verbüßten lebenslangen Freiheitsstrafen und bezeichnete ihn als „böse und pervers”.

Nachwirkungen

2002 wurde er ins Hochsicherheitsgefängnis HM Prison Frankland verlegt. Insgesamt verbrachte er über 40 Jahre seines Lebens in Haft. Am 17. April 2015 starb er im Alter von 76 Jahren an Nierenversagen im University Hospital of North Durham, sein Tod wurde erst zehn Tage später öffentlich bekannt.

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