Ronald Janssen
- Serienmörder — Halen , Belgien
- Aktive Jahre
- 2007–2010
Drei Jahre bevor Ronald Janssen zwei junge Nachbarn erschoss, war sein Name bereits in den Ermittlungen zum Mord an Annick Van Uytsel aufgetaucht. Die Hinweise wurden nicht zusammengeführt. Ein späterer Bericht der belgischen Polizeiaufsicht kam zu dem Schluss, dass schwere Ermittlungsfehler verhindert hatten, Janssen rechtzeitig zu stoppen.
Annick Van Uytsel
In der Nacht vom 27. auf den 28. April 2007 verschwand die 18-jährige Annick Van Uytsel auf dem Heimweg von einer Feier. Ihre beschwerte Leiche wurde am 3. Mai im Albertkanal bei Lummen gefunden. Janssen gestand 2010 ihre Entführung und Tötung. Einzelheiten seiner wechselnden Schilderungen, insbesondere ein sexueller Angriff, wurden im Mordprozess nicht in derselben Weise bestätigt und werden hier deshalb nicht als gesicherte Tatbestandteile wiedergegeben.
Shana Appeltans und Kevin Paulus
In den frühen Stunden des 2. Januar 2010 kehrten die 18-jährige Shana Appeltans und ihr 22-jähriger Freund Kevin Paulus von einer Neujahrsfeier zurück. Janssen bedrohte das Paar mit einer Schusswaffe und zwang beide in ihr Auto. An einem abgelegenen Ort erschoss er Kevin und anschließend Shana. Das Fahrzeug wurde danach in Brand gesetzt.
Im Verfahren wurde Janssen neben den Morden auch wegen der Entführung und der Vergewaltigung unter Folter an Shana Appeltans schuldig gesprochen. Zeitgenössische Berichte gaben seine wechselnden Aussagen dazu unterschiedlich wieder; deshalb wird die sexuelle Gewalt nicht auf beide weiblichen Opfer übertragen.
Festnahme und Geständnisse
Janssen wurde am 5. Januar 2010 vernommen und gestand zunächst die Doppeltötung. Wenige Tage später bekannte er sich auch zum Mord an Annick Van Uytsel. Im Zuge der Ermittlungen räumte er weitere Sexualstraftaten ein. Spekulationen über zahlreiche zusätzliche Morde führten jedoch nicht zu entsprechend vielen nachgewiesenen Tötungen und gehören nicht in die bestätigte Opferbilanz.
Urteil und Ermittlungsversagen
Am 21. Oktober 2011 wurde Ronald Janssen wegen der drei Morde zu lebenslanger Haft verurteilt. Später folgten weitere Verurteilungen wegen Sexual- und Gewaltdelikten.
Der Bericht des Kontrollorgans Comité P bezeichnete die Ermittlungen nach Annicks Tod als von mangelhafter Leitung, schlechtem Informationsaustausch und nicht verfolgten Hinweisen geprägt. Der Fall steht deshalb nicht nur für drei Morde, sondern auch für die Folgen eines Ermittlungsversagens.