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Roberto Succo

genannt „Staatsfeind Nummer eins"

Roberto Succo bei seiner Festnahme 1988 in Mestre, zwischen zwei Polizeibeamten
Unbekannter Fotograf, via Wikimedia Commons · Public Domain (PD-Italia, Schutzfrist abgelaufen)
7
Opfer
„Staatsfeind Nummer eins"
Suizid
SerienmörderMestre , Frankreich
Aktive Jahre
1981–1988

Roberto Succo, geboren am 3. April 1962 in Venedig, tötete bereits als Neunzehnjähriger seine eigenen Eltern. Nach seiner Flucht aus einer psychiatrischen Einrichtung 1986 ordneten ihm französische Behörden drei weitere Tötungen zu. Zwei zusätzliche Todesfälle blieben Verdachtsfälle, weil Roberto Succo vor einem Prozess starb. 1988 nahm er sich in italienischer Haft das Leben.

Werdegang

Er wuchs im Vorort Mestre bei Venedig auf. Im April 1981 tötete er seine Mutter und seinen Vater, nachdem beide sich geweigert hatten, ihm das Familienauto zu überlassen. Die Quellen nennen für die Tat unterschiedliche Tage zwischen dem 8. und 12. April. Er verbarg die Leichen in der Badewanne des Elternhauses. Ein Gericht erklärte ihn für vermindert schuldfähig und wies ihn in die psychiatrische Anstalt von Reggio nell’Emilia ein, wo er in den folgenden Jahren sein Abitur nachholte und ein Geologiestudium begann.

Flucht und weitere Taten

Im Mai 1986 kehrte er von einem genehmigten Universitätsbesuch nicht in die Einrichtung zurück. In den folgenden zwei Jahren zog er durch Italien, Frankreich und die Schweiz und lebte von gestohlenen Autos und Raubüberfällen. Behörden ordneten ihm die Tötungen des Polizisten André Castillo am 2. April 1987 in Tresserve, Claudine Duchosal am 24. Oktober 1987 in Menthon-Saint-Bernard und des Polizisten Michel Morandin am 28. Januar 1988 in Toulon zu. Ein Prozess klärte diese Taten wegen seines Todes nicht mehr. France Vu-Dinh und Michel Astoul galten ebenfalls als mutmaßliche Opfer, doch öffentlich zugängliche Quellen belegen bei beiden nur Verschwindens- oder Fundorte, nicht den tatsächlichen Tatort. Wegen der Brutalität und Unberechenbarkeit seiner Taten wurde er in den Fahndungslisten Frankreichs, Italiens und der Schweiz zeitweise als meistgesuchter Mann geführt.

Festnahme

Am 28. Februar 1988 wurde er in seiner Heimatstadt Mestre festgenommen. Im März 1988 unternahm er während der Untersuchungshaft einen Fluchtversuch über das Dach des Gefängnisses und stürzte dabei schwer.

Tod

Am 23. Mai 1988 nahm sich Roberto Succo in seiner Zelle im Gefängnis von Vicenza das Leben, indem er sich mit einer Plastiktüte erstickte, noch bevor ein Prozess gegen ihn stattfinden konnte.

Nachwirkungen

Der Fall inspirierte den französischen Dramatiker Bernard-Marie Koltès zu seinem 1988 uraufgeführten Theaterstück „Roberto Zucco”, das später auch verfilmt wurde. 2001 drehte der Regisseur Cédric Kahn mit „Roberto Succo” zusätzlich eine eigene Verfilmung des realen Falls mit Stefano Cassetti in der Titelrolle.

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