Robert Silveria
- Aktive Jahre
- 1992–1995
- Modus Operandi
- Stumpfe GewaltErstechen
Als die Bahnpolizei Robert Joseph Silveria junior am 2. März 1996 in einem kalifornischen Güterbahnhof festnahm, trug er Eigentum mehrerer Toter bei sich. Ermittler aus zahlreichen Bundesstaaten brachten den Güterzugreisenden daraufhin mit mindestens neun Tötungen in Verbindung, wie die zeitgenössische Berichterstattung des San Francisco Examiner dokumentiert. Vier Tötungen führten später zu Mordverurteilungen, vier weitere gestand er. Der Tod von Darren Royal Miller blieb dagegen ein Verdachtsfall.
Werdegang
Er lebte über Jahre als sogenannter Hobo, ein Wanderarbeiter, der kostenlos auf Güterzügen mitreist, und bewegte sich so zwischen den Bundesstaaten des Westens und Südens der USA. In dieser Subkultur der Gleisreisenden lernte er zahlreiche andere Obdachlose und Wanderarbeiter kennen, von denen mehrere zu seinen Opfern wurden.
Taten
Er teilte sich mit anderen Reisenden Güterwagen und Lagerplätze an Bahngleisen, schlug jedoch wiederholt unvermittelt mit stumpfen Gegenständen auf schlafende oder betrunkene Weggefährten ein oder erstach sie, meist um sie anschließend zu berauben. Zu seinen dokumentierten Opfern zählten unter anderem:
- Darren Royal Miller (19), dessen Tötung am 8. Juli 1992 in Thompson Springs, Utah, Robert Silveria nur zugeschrieben wurde
- Willie James Clark (54), getötet am 28. April 1994 in Tallahassee, Florida
- Michael Garfinkle (20), getötet am 2. August 1994 in Emeryville, Kalifornien
- Roger Bowman (38), getötet am 21. April 1995 in Salt Lake City, Utah
- James McLean (50), getötet am 23. Juli 1995 in Albany, Oregon
- Charles Randall Boyd (46), getötet am 28. Juli 1995 in Kanopolis Lake, Kansas
- Paul Wayne Matthews (43), getötet am 15. Oktober 1995 in Whitefish, Montana
- William Avis Pettit junior (39), getötet am 3. Dezember 1995 in Millersburg, Oregon
- Michael Andrew Clites (24), getötet am 5. Dezember 1995 in Portland, Oregon
Festnahme
Am 2. März 1996 wurde er festgenommen, nachdem Ermittler bei ihm persönliche Gegenstände mehrerer Opfer fanden, darunter den Rucksack, die Sozialversicherungskarte und die Geburtsurkunde von William Pettit.
Geständnisse und Prozesse
Er behauptete zeitweise, 28 Menschen getötet zu haben. Belastbar auf konkrete Opfer bezogen sind acht Geständnisse oder Mordschuldsprüche. Im Januar 1998 bekannte er sich in Oregon der Morde an William Pettit und Michael Clites schuldig und entging dadurch der Todesstrafe. Zusätzliche Verurteilungen erfolgten in Kansas wegen Charles Boyd und in Florida wegen Willie Clark. Die übrigen vier bestätigten Zuordnungen beruhen auf seinen Geständnissen, nicht auf weiteren Mordurteilen.
Urteil
Für die Morde in Oregon erhielt er zwei aufeinanderfolgende lebenslange Haftstrafen.
Nachwirkungen
Er sitzt bis heute in der Wyoming Medium Correctional Institution in Torrington, Wyoming, ein, wo er nach eigenen Angaben als Koch in der Gefängnisküche arbeitet. Der Fall gilt als eines der ungewöhnlichsten Beispiele eines mobilen Serientäters, dessen Opfer selbst aus der gesellschaftlichen Randgruppe stammten, in der er sich bewegte.