Robert Lesarian Howard
- Aktive Jahre
- 2001
- Modus Operandi
- VergewaltigungErwürgen
Bevor er die 14-jährige Hannah Williams tötete, hatte Robert Lesarian Howard bereits Jahrzehnte an Vorstrafen wegen sexueller Gewalt gesammelt, von einem versuchten Übergriff auf ein sechsjähriges Kind bis zur Vergewaltigung einer 58-jährigen Frau. Als „Wolfman” oder „Wolfhill Werewolf” bekannt, blieb er trotz dieser Geschichte über Jahre auf freiem Fuß und wird bis heute mit mehreren weiteren ungeklärten Fällen in Großbritannien und Irland in Verbindung gebracht.
Werdegang
Robert Lesarian Howard wurde am 20. April 1944 im irischen Wolfhill in der Grafschaft Laois geboren. Bereits mit 13 Jahren wurde er wegen Einbruchs verurteilt, mit 19 Jahren folgte eine Verurteilung wegen versuchter Vergewaltigung eines sechsjährigen Mädchens in London. In den folgenden Jahrzehnten sammelte er in England und Irland weitere Verurteilungen wegen Vergewaltigung, Würgeangriffen und Einbruchs, darunter 1993 wegen unerlaubten Geschlechtsverkehrs mit einer 16-Jährigen im nordirischen Castlederg.
Die Tat
Die 14-jährige Hannah Williams aus Deptford im Süden Londons sagte ihrer Mutter am 21. April 2001, sie wolle in Dartford in der Grafschaft Kent einkaufen gehen. Sie kehrte nicht zurück. Er, der Hannah bereits seit 1999 kannte, nutzte gezielt Grooming-Methoden, um das Vertrauen verletzlicher Mädchen zu gewinnen, und war nach eigener Ermittlerangabe bereit, dabei „extreme Gewalt” anzuwenden. Bevorzugtes Mittel, um seine Opfer zu töten, war die Strangulation. Fast ein Jahr lang galt Hannah Williams als vermisst, bevor Arbeiter am 15. März 2002 ihre Leiche auf dem Gelände eines Zementwerks in Northfleet nahe der Themsemündung fanden.
Ermittlung und Prozess
Robert Lesarian Howard wurde am 23. März 2002, acht Tage nach dem Leichenfund, verhaftet. Die Ermittler unter Detective Inspector Colin Murray hatten weder Zeugen noch DNA-Spuren, stützten sich aber auf ein dichtes Netz an Indizien. Im Oktober 2003 verurteilte das Maidstone Crown Court in Kent ihn wegen Vergewaltigung und Mordes an Hannah Williams zu lebenslanger Haft. Richter McKinnon erklärte bei der Urteilsverkündung, er sei „eindeutig eine Gefahr für Teenager-Mädchen und andere Frauen”.
Verdacht auf weitere Opfer
1994, während er auf Kaution frei war, verschwand die 15-jährige Arlene Arkinson im irischen Bundoran, zuletzt gesehen in seinem Auto. Ein Prozess 2005 endete mit einem Freispruch, da die Geschworenen nichts von seinen einschlägigen Vorstrafen erfuhren. Eine gerichtliche Untersuchung kam 2021 dagegen zu dem Schluss, dass er für ihren Tod verantwortlich war. Ermittler führten ihn außerdem als Verdächtigen im Verschwinden der irischen Frauen Jo Jo Dullard und Annie McCarrick.
Tod
Robert Lesarian Howard starb am 2. Oktober 2015 im Alter von 71 Jahren in Haft. Der Fall Hannah Williams löste in Großbritannien auch eine Debatte über ungleiche Medienaufmerksamkeit für vermisste Mädchen aus verschiedenen sozialen Schichten aus, da ihr Verschwinden deutlich weniger Berichterstattung erhielt als zeitgleiche Fälle wie Danielle Jones oder Milly Dowler.