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Robert Bayne

Straßenzug mit Kirche in der schottischen Stadt Wishaw, North Lanarkshire
JThomas / Geograph Britain and Ireland / Wikimedia Commons · CC BY-SA 2.0
1
Opfer
inhaftiert
TotschlägerWishaw , Großbritannien
Aktive Jahre
2010
Modus Operandi
ErstickenBrandstiftung

Am Abend des 22. Mai 2010 verlässt eine 17-jährige Auszubildende ihr Zuhause im schottischen Wishaw gemeinsam mit einem 20 Jahre alten Bekannten. Er trinkt aus einer Tequilaflasche, wirkt zunehmend wütend und aufgebracht. Es ist das letzte Mal, dass sie lebend gesehen wird. Am nächsten Tag entdecken Passanten ihren stark verbrannten Körper auf einem improvisierten Scheiterhaufen an einem Hügel namens Monkey Hill, nur wenige Kilometer von ihrem Elternhaus entfernt.

Die Tat

Zoe Nelson hatte gerade eine Ausbildung zur Kfz-Mechanikerin begonnen, als sie am 22. Mai 2010 gegen 17 Uhr das Haus ihrer Eltern verließ. Zeugen sahen sie zusammen mit Robert Bayne, der bereits an diesem Nachmittag Alkohol getrunken hatte und Bekannten zufolge zunehmend gereizt wirkte. Was in den folgenden Stunden geschah, ließ sich später nicht vollständig rekonstruieren. Fest steht: Er bedeckte ihr Gesicht mit einer Plastikfolie und setzte ihren Körper anschließend in Brand. Die genaue Todesursache blieb offiziell ungeklärt, Gerichtsmediziner hielten eine Form des Erstickens für die wahrscheinlichste Erklärung.

Ermittlung und Festnahme

Die Leiche wurde bereits am 23. Mai 2010 gefunden, die Ermittlungen liefen von Anfang an unter enormem öffentlichen Druck. Die Polizei ging dabei für einen Mordfall ungewöhnliche Wege: Sie richtete eigens ein Profil im damals populären sozialen Netzwerk Bebo sowie E-Mail-Adressen ein, um Jugendliche zu erreichen, die einen direkten Kontakt mit den Behörden scheuten. Entscheidende Spuren fanden sich schließlich klassisch in der Forensik: DNA-Material an einer am Tatort zurückgelassenen Tequilaflasche und an der Hand des Opfers führte die Ermittler zu ihm, er wurde am 28. Mai 2010, sechs Tage nach der Tat, festgenommen.

Prozess und Urteil

Im März 2011 sprach eine Jury ihn der Tötung schuldig. Am 27. April 2011 verhängte das Gericht eine lebenslange Freiheitsstrafe mit einer Mindestverbüßungszeit von 20 Jahren. Ein Jahr später scheiterte seine Berufung gegen das Urteil.

Nachwirkungen

Robert Bayne sitzt weiterhin in der Justizvollzugsanstalt HMP Edinburgh ein. Der Fall gilt in Schottland bis heute als Beispiel dafür, wie Ermittler soziale Medien gezielt nutzen können, um an Zeugenaussagen zu gelangen, die auf klassischem Weg verborgen geblieben wären.