Richard Speck
- Massenmörder — Chicago , USA
- Aktive Jahre
- 1966
Richard Speck wurde am 6. Dezember 1941 in Kirkwood, Illinois, geboren und starb am 5. Dezember 1991 in einem Gefängniskrankenhaus in Joliet, Illinois. In der Nacht zum 14. Juli 1966 tötete er in einem Schwesternwohnheim in Chicago acht junge Krankenpflegeschülerinnen, eine der schwersten Einzeltaten dieser Art in der US-amerikanischen Geschichte der Nachkriegszeit.
Werdegang
Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen in Illinois und später Texas auf und geriet schon als Jugendlicher wiederholt mit dem Gesetz in Konflikt. Er trug eine auffällige Tätowierung mit dem Schriftzug „Born to Raise Hell” auf dem linken Unterarm, ein Detail, das später zu seiner Identifizierung führen sollte. Zum Tatzeitpunkt lebte er als gelegentlicher Hafenarbeiter in Chicago.
Die Tat
Am Abend des 13. Juli 1966 verschaffte er sich bewaffnet mit einem Messer und einer Pistole Zutritt zu einem Schwesternwohnheim im Stadtteil South Deering. Er fesselte neun anwesende Krankenpflegeschülerinnen mit zerrissenen Bettlaken und führte sie nacheinander aus dem Zimmer, um eine spätere Identifizierung durch die anderen zu verhindern. In den folgenden Stunden erstach, erwürgte und erschnitt er acht der Frauen die Kehle:
- Gloria Davy (22)
- Suzanne Farris (21)
- Mary Ann Jordan (20)
- Patricia Matusek (20)
- Valentina Pasion (23)
- Nina Schmale (24)
- Pamela Wilkening (20)
- Merlita Gargullo (23)
Eine neunte Frau, Corazon Amurao, überlebte, weil sie sich unter einem Bett versteckte und von ihm offenbar übersehen oder in der Dunkelheit nicht mitgezählt wurde.
Festnahme
Amurao konnte der Polizei eine detaillierte Beschreibung des Täters liefern, insbesondere die Tätowierung an seinem Arm. Wenige Tage später wurde er in ein Krankenhaus eingeliefert, nachdem er sich bei einem Suizidversuch die Pulsadern aufgeschnitten hatte. Ein behandelnder Arzt erkannte die beschriebene Tätowierung und verständigte die Polizei.
Prozess
Er wurde des achtfachen Mordes angeklagt und 1967 zum Tode verurteilt. Als der Oberste Gerichtshof der USA 1972 die damalige Praxis der Todesstrafe für verfassungswidrig erklärte, wurde sein Urteil in acht aufeinanderfolgende Haftstrafen zwischen 50 und 150 Jahren umgewandelt, was faktisch mehreren Jahrhunderten Gefängnis entsprach.
Nachwirkungen
Er starb am Vorabend seines 50. Geburtstags 1991 an einem Herzinfarkt in der Justizvollzugsanstalt Stateville. Der Fall führte in den USA zu einer breiten öffentlichen Debatte über Sicherheitsvorkehrungen in Wohnheimen und beeinflusste die kriminologische Forschung zu Massenmorden mit einem einzelnen Täter und mehreren Opfern in kurzer Zeit an einem Ort.