Richard Ramirez
- Aktive Jahre
- 1984–1985
- Modus Operandi
- OkkultismusErstechen
Ein seltener Avia-Schuhabdruck verband mehrere Tatorte, ein Fingerabdruck aus einem gestohlenen Wagen gab dem Gesuchten schließlich einen Namen. Richard Ramirez versetzte 1984 und 1985 als Night Stalker Kalifornien in Angst. Eine Jury sprach ihn 1989 in 13 Mordfällen schuldig; den Tod der neunjährigen Mei Leung ordnete die Polizei ihm erst 2009 durch DNA-Spuren zu.
Werdegang
Richard wuchs in einem religiös geprägten, zugleich von Gewalt belasteten Elternhaus auf und erlitt in der Kindheit zwei Kopfverletzungen. Ein älterer Cousin, ein Vietnamveteran, zeigte ihm im Teenageralter Fotografien von Kriegsgräueln, was nach späteren Einschätzungen sein Interesse an Gewalt und Okkultismus weckte. 1976 zog er nach Kalifornien und finanzierte sich zunächst durch Einbrüche und Diebstähle.
Kriminelle Aktivitäten
Die Mordserie begann am 28. Juni 1984 mit der Tötung einer 79-jährigen Frau. Ab März 1985 häuften sich die Taten deutlich. Er drang nachts in Wohnhäuser ein, tötete die Bewohner meist mit Schusswaffen oder Messern und beging in mehreren Fällen zusätzlich sexuelle Übergriffe. An etlichen Tatorten hinterließ er satanische Symbole, darunter umgekehrte Pentagramme, was ihm in den Medien schnell den Beinamen Night Stalker einbrachte.
Opfer (chronologisch):
- Mei Leung (9), 10. April 1984 (erst 2009 per DNA-Abgleich zugeordnet)
- Jennie Vincow (79), 28. Juni 1984
- Dayle Okazaki (34), 17. März 1985
- Tsai-Lian Yu (30), 17. März 1985
- Vincent Zazzara, 27. März 1985
- Maxine Zazzara, 27. März 1985
- William Doi (66), 14. Mai 1985
- Mary Louise Cannon (75), 2. Juli 1985
- Joyce Lucille Nelson (61), 7. Juli 1985
- Maxson Kneiding (68), 20. Juli 1985
- Lela Kneiding (66), 20. Juli 1985
- Chainarong Khovananth (32), 20. Juli 1985
- Elyas Abowath (31), 8. August 1985
- Peter Pan (66), 18. August 1985
Festnahme
Am 24. August 1985 notierte sich eine Zeugin das Kennzeichen eines verdächtigen Fahrzeugs. Über dieses Kennzeichen identifizierte die Polizei ihn, sein Foto wurde daraufhin landesweit veröffentlicht. Als er kurz darauf in einem Wohnviertel erkannt wurde, hielt ihn eine Gruppe von Anwohnern bis zum Eintreffen der Polizei fest.
Prozess und Tod
Der Prozess gegen ihn begann im Juli 1988 und war zu seiner Zeit einer der aufwendigsten und teuersten in der Geschichte Kaliforniens. Am 7. November 1989 wurde er wegen 13 Morden zum Tode verurteilt. Die Hinrichtung wurde durch jahrzehntelange Berufungsverfahren verzögert. Richard Ramirez starb am 7. Juni 2013 im Alter von 53 Jahren in der Haft an den Folgen eines B-Zell-Lymphoms, bevor das Urteil vollstreckt wurde.
Nachwirkungen
Der Fall Night Stalker prägte in den 1980er-Jahren maßgeblich die öffentliche Wahrnehmung von Serienmördern mit okkultem Hintergrund und ist bis heute Gegenstand zahlreicher Dokumentationen.
Dieser Fall zählt zu den in der Story Die 5 grausamsten Serienmörder aller Zeiten versammelten Verbrechen.