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Richard Heming

Die Kirche St James in Oddingley, Worcestershire, nahe der Reverend George Parker erschossen wurde
Citterio, via Wikimedia Commons · CC BY 3.0
1
Opfer
verstorben
AuftragsmörderOddingley , Großbritannien
Aktive Jahre
1806
Modus Operandi
ErschießenKomplizen

Ein Pfarrer wird auf freiem Feld erschossen, sein Mörder verschwindet spurlos, und die Polizei tappt 24 Jahre lang im Dunkeln, bis ein Landarbeiter beim Abriss einer alten Scheune auf einen Stiefel mit einem menschlichen Skelett darin stößt. Der Mann, der darin lag, war selbst der gesuchte Mörder: Richard Heming, ein Zimmermann aus Droitwich in der englischen Grafschaft Worcestershire, hatte den Mord im Auftrag begangen und wurde nur einen Tag später von seinen eigenen Auftraggebern getötet, um sein Schweigen zu erzwingen.

Werdegang

Über das frühe Leben Richard Hemings ist wenig bekannt. Er arbeitete als Zimmermann in Droitwich, einer Kleinstadt unweit des Dorfes Oddingley, als ihn im Frühsommer 1806 mehrere örtliche Bauern für eine Tötung anwarben. Hintergrund war ein erbitterter Streit um die Zehntabgaben, die die Landwirte des Dorfes an ihren Pfarrer George Parker zu entrichten hatten. Der seit wenigen Jahren amtierende Reverend verlangte eine Anhebung des seit Jahrzehnten festen Betrags von 135 Pfund jährlich, der durch die Inflation der Kriegsjahre real deutlich an Wert verloren hatte. Als sich die Bauern weigerten, machte er von seinem alten Recht Gebrauch, den Zehnten stattdessen in Naturalien einzufordern, und verlangte später zusätzlich 150 Pfund Schadensersatz. Kopf der Verschwörung gegen ihn war Captain Samuel Evans, ein pensionierter Offizier, Friedensrichter und Pächter der Church Farm in Oddingley.

Der Mord an Reverend George Parker

Am Nachmittag des 24. Juni 1806, dem Mittsommertag, überquerte George Parker eine Wiese im Dorf, als ihm ein Mann in einem dicken Ledermantel entgegentrat, eine Schrotflinte zog und ihn erschoss. Der Pfarrer starb noch am Tatort. Für seine Tat hatte Richard Heming eine Bezahlung von 50 Pfund erhalten.

Die Ermordung des Auftragsmörders

Was er nicht ahnte: Seine Auftraggeber trauten ihm nicht zu, ihre Beteiligung dauerhaft für sich zu behalten. Bereits einen Tag nach dem Mord an George Parker erschlug der Dorfschmied James Taylor ihn im Auftrag von Captain Samuel Evans mit einem als „blood stick” bekannten Werkzeug und zerschmetterte ihm den Schädel. Die beiden Männer vergruben die Leiche in einer Ecke einer Scheune auf der Netherwood Farm, wo sie fast 24 Jahre unentdeckt blieb, obwohl die Behörden eine Belohnung von fünfzig Guineen für Hinweise auf den flüchtigen Täter ausgesetzt hatten.

Der Fund von 1830 und das Scheitern der Justiz

Im Januar 1830 wurde die alte Scheune auf der Netherwood Farm abgerissen. Ein Landarbeiter, der die Fundamente aushob, stieß dabei auf einen alten Stiefel, in dem sich noch ein menschliches Bein befand. Die Polizei grub daraufhin ein vollständiges Skelett aus, das schließlich als die sterblichen Überreste Richard Hemings identifiziert wurde. Der Farmpächter Thomas Clewes legte im Zuge der Ermittlungen ein Geständnis ab und belastete damit die überlebenden Verschwörer. Ihre Verurteilung wegen des Mordes an George Parker scheiterte jedoch an einer juristischen Besonderheit: 1806 konnten Beteiligte an einem Mord nicht angeklagt werden, solange der eigentliche Täter nicht ebenfalls vor Gericht stand, und diese Regelung war zwar in der Zwischenzeit reformiert worden, aber nicht rückwirkend in Kraft gesetzt. Da der Täter selbst tot war, konnte er nicht mehr angeklagt werden, und mit ihm entfiel auch die rechtliche Grundlage für eine Verurteilung seiner Hintermänner.

Nachwirkungen

Weder für den Mord an George Parker noch für die Tötung Richard Hemings wurde je jemand strafrechtlich zur Verantwortung gezogen. Der Fall, bekannt als die Oddingley-Morde, gilt bis heute als eines der bemerkenswertesten Beispiele englischer Kriminalgeschichte für ein Verbrechen, das trotz vollständiger Aufklärung der Umstände ungesühnt blieb.

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