Reza Khan
- Aktive Jahre
- 2001
- Modus Operandi
- ErschießenVergewaltigungKomplizen
Reza Khan, geboren 1975, war einer von elf bewaffneten Männern, die am 19. November 2001 auf der Straße zwischen Jalalabad und Kabul einen Konvoi ausländischer Journalisten überfielen und vier von ihnen töteten. Er gestand später, persönlich einen der Getöteten erschossen und eine der Journalistinnen vergewaltigt zu haben. 2007 wurde er in Afghanistan hingerichtet.
Der Überfall bei Sarobi
Nur sechs Tage nach dem Fall Kabuls an die Nordallianz befand sich die Straße von Jalalabad nach Kabul, die durch die Schlucht von Tang-i Gharu bei Sarobi führt, noch immer außerhalb jeder staatlichen Kontrolle. Am 19. November 2001 stoppte die Gruppe einen Konvoi mit Journalisten, die von Jalalabad aus in die soeben eroberte Hauptstadt reisen wollten, zerrte vier von ihnen aus ihren Fahrzeugen und erschoss sie: den australischen Reuters-Kameramann Harry Burton, die italienische Journalistin Maria Grazia Cutuli, den afghanischen Reuters-Fotografen Azizullah Haidari und den spanischen Korrespondenten Julio Fuentes. Reza Khan gab später an, einen der vier Männer persönlich erschossen und Cutuli vor ihrem Tod vergewaltigt zu haben. Nach seiner Aussage habe die Gruppe im Auftrag des Taliban-Kommandanten Maulawi Latif gehandelt, vor Gericht bestritt er die Tat allerdings teilweise wieder.
Weitere Taten
Neben dem Überfall bei Sarobi wurde ihm vorgeworfen, vier afghanischen Männern wegen ihrer aus seiner Sicht zu kurz gestutzten Bärte Nasen und Ohren abgeschnitten zu haben, eine unter den Taliban praktizierte Form der Bestrafung vermeintlich unislamischen Verhaltens. Zudem gestand er, zu einem nicht näher bekannten Zeitpunkt seine eigene Ehefrau in Pakistan getötet zu haben.
Festnahme und Prozess
Reza Khan wurde am 5. August 2004 in Kabul angeklagt, unter anderem auf Grundlage von Aussagen eines bereits gefassten Komplizen. Im November desselben Jahres wurde er wegen Mordes zum Tode und wegen der Vergewaltigung zusätzlich zu 15 Jahren Haft verurteilt. In den folgenden Jahren wurden auch mehrere mutmaßliche Mittäter vor Gericht gestellt, darunter zwei Brüder, die ebenfalls zum Tode verurteilt wurden.
Hinrichtung und Nachwirkungen
Am 8. Oktober 2007 wurde Reza Khan in Afghanistan durch ein Erschießungskommando hingerichtet. Der Mord an den vier Journalisten gilt bis heute als einer der folgenreichsten Angriffe auf Medienschaffende im Zuge des Sturzes der Taliban-Herrschaft 2001 und zeigte, wie gefährlich die Straße zwischen Kabul und Jalalabad in jenen Wochen blieb. Dieselbe Route hatte bereits zwischen 1991 und 1996 unter der Kontrolle des Warlords Faryadi Sarwar Zardad gestanden, dessen Miliz dort Reisende ausraubte, folterte und tötete.