Reginald Kray
- Aktive Jahre
- 1967
- Modus Operandi
- ErstechenErpressungKomplizen
Der erste Schuss löste sich nicht. Trotzdem war der Mann, auf den er zielte, keine Stunde später tot, erstochen im Keller eines Hauses in Stoke Newington. Reginald „Reggie“ Kray kam am 24. Oktober 1933 im Ostlondoner Stadtteil Hoxton/Haggerston zur Welt, als eineiiger Zwilling von Ronnie Kray. Mit ihrer Gang „The Firm“ beherrschten die Brüder jahrzehntelang das organisierte Verbrechen im Londoner East End, bis Reggie im Oktober 1967 selbst zum Mörder wurde.
Werdegang
Reggie wuchs zusammen mit seinem Zwillingsbruder im Arbeitermilieu von Bethnal Green und Hoxton auf und stieg mit ihm gemeinsam ins organisierte Verbrechen ein. „The Firm“ kontrollierte weite Teile des Ostlondoner Untergrunds über Schutzgelderpressung, bewaffneten Raub, Brandstiftung und illegales Glücksspiel, während Nachtclubs wie Esmeralda’s Barn im West End als bürgerliche Fassade dienten. 1965 heiratete Reggie Frances Shea. Die Ehe war unglücklich und endete bereits 1967 mit ihrem Tod, offiziell durch Suizid.
Die Tat: Mord an Jack „The Hat“ McVitie
In der Nacht vom 28. auf den 29. Oktober 1967 sollte Reggie in einem Keller in Stoke Newington den ehemaligen Komplizen Jack „The Hat“ McVitie töten. Ein erster Versuch mit der Schusswaffe scheiterte, woraufhin er sein Opfer erstach. Die Tat festigte den Ruf der Bande als gefürchtete Gewaltorganisation, wurde ihr am Ende aber auch zum Verhängnis.
Der Tod von Frances Shea
Offiziell nahm sich Reggies Ehefrau Frances Shea 1967 selbst das Leben. Jahre später, im Jahr 2002, behauptete der frühere Mithäftling Bradley Allardyce jedoch, Reggie habe ihm gegenüber gestanden, in Wahrheit habe sein Zwillingsbruder Ronnie sie ermordet. Bewiesen ist diese Behauptung nicht, sie steht bis heute im Widerspruch zur offiziellen Version.
Prozess und Verurteilung
Am 8. und 9. Mai 1968 wurden Reggie und sein Bruder festgenommen. 1969 verhängte das Old Bailey gegen beide lebenslange Haftstrafen mit einer Mindestverbüßungszeit von 30 Jahren, zu jener Zeit die längsten je am Old Bailey verhängten Haftstrafen für Mord.
Nachwirkungen
Reggie verbrachte mehr als 30 Jahre in Haft. Erst am 26. August 2000 wurde er aus Gnadengründen entlassen, nachdem bei ihm unheilbarer Krebs diagnostiziert worden war. Nur wenige Wochen später, am 1. Oktober 2000, starb er im Alter von 66 Jahren in Norwich, als freier Mann. Sein Zwillingsbruder Ronnie Kray war bereits 1995 in Haft an einem Herzinfarkt gestorben. Auch der dritte Bruder, Charlie Kray, war im kriminellen Umfeld der Familie aktiv und starb 2000 ebenfalls in Haft.