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Randy Kraft

genannt „Scorecard Killer"

Gefängnisfoto von Randy Kraft, California Department of Corrections, 2018
California Department of Corrections, via Wikimedia Commons · Public Domain (California Public Records Act)
16
Opfer
„Scorecard Killer"
inhaftiert
SerienmörderLos Angeles , USA
Aktive Jahre
1972–1983

Randy Kraft, in der Presse „Scorecard Killer” genannt, folterte, missbrauchte und tötete zwischen 1972 und 1983 mindestens 16 junge Männer im Alter zwischen 14 und 30 Jahren in Kalifornien. Bei seiner Festnahme 1983 fand die Polizei in seinem Fahrzeug eine handschriftliche Liste mit kryptischen Einträgen. Ermittler vermuteten daraufhin mehr als 60 Opfer, konnten jedoch nur einen Teil der Einträge konkreten Taten zuordnen. 1989 wurde er für 16 Morde zum Tode verurteilt und ist weiterhin in Kalifornien inhaftiert.

Werdegang

Er wurde am 19. März 1945 in Long Beach, Kalifornien, geboren und wuchs als einziger Sohn unter drei Töchtern in einer Familie der Mittelschicht auf, sein Vater arbeitete bei einem Flugzeughersteller. Er galt als intelligent, aber unfallanfällig, schloss 1968 am Claremont Men’s College ein Studium der Wirtschaftswissenschaften ab und diente kurzzeitig bei der US Air Force, aus der er 1969 nach dem Bekenntnis zu seiner Homosexualität mit einfacher Entlassung ausschied.

Kriminelle Aktivitäten

Er lockte junge Männer häufig unter dem Vorwand einer Mitfahrgelegenheit oder mit Alkohol in sein Fahrzeug, betäubte sie zusätzlich mit Valium oder anderen Medikamenten, fesselte und folterte sie, missbrauchte sie sexuell und tötete sie durch Erwürgen, Ersticken, Schläge oder eine Medikamentenüberdosis. Viele Leichen wiesen Brandspuren von Zigaretten, Bissspuren oder eingeführte Fremdkörper auf und wurden nahe Autobahnen abgelegt. Zu seinen Opfern zählten unter anderem Edward Moore (20) im Dezember 1972, Keith Crotwell (18) im März 1975 und Terry Gambrel (25), sein letztes bekanntes Opfer im Mai 1983.

Namentlich bekannte Opfer (chronologisch):

  1. Edward Daniel Moore (20), getötet am 24. Dezember 1972
  2. Ein bis heute nicht namentlich identifiziertes Opfer, am 14. April 1973 in Huntington Beach gefunden
  3. Ronnie Gene Wiebe (20), getötet am 28. Juli 1973
  4. Keith Daven Crotwell (18), getötet am 29. März 1975
  5. Mark Howard Hall (22), getötet am 1. Januar 1976
  6. Scott Michael Hughes (18), getötet am 16. April 1978
  7. Roland Gerald Young (23), getötet am 11. Juni 1978
  8. Richard Allen Keith (20), getötet am 19. Juni 1978
  9. Keith Arthur Klingbeil (23), getötet am 6. Juli 1978
  10. Michael Joseph Inderbieten (21), getötet am 18. November 1978
  11. Donnie Harold Crisel (20), getötet am 16. Juni 1979
  12. Robert Wyatt Loggins Jr. (19), zwischen dem 22. August und 2. September 1980 getötet
  13. Eric Herbert Church (21), getötet am 27. Januar 1983
  14. Rodger James DeVaul Jr. (20), getötet am 12. Februar 1983
  15. Geoffrey Alan Nelson (18), getötet am 12. Februar 1983
  16. Terry Lee Gambrel (25), getötet am 14. Mai 1983

Ermittlung und Festnahme

Am 14. Mai 1983 stoppte die kalifornische Autobahnpolizei sein Fahrzeug auf der Interstate 5 bei Mission Viejo, auf dem Beifahrersitz fanden die Beamten die mit einem Gürtel erdrosselte Leiche des 25 Jahre alten Terry Gambrel. Bei der anschließenden Durchsuchung entdeckten Ermittler mehr als 50 Fotografien junger Männer sowie das verschlüsselte Notizbuch mit 61 Einträgen.

Prozess

Der Prozess dauerte vom 26. September 1988 bis zum 12. Mai 1989, fast 160 Zeugen der Anklage sagten aus, über 1.000 Beweisstücke wurden vorgelegt. Am 12. Mai 1989 wurde er in 16 Fällen des Mordes sowie wegen weiterer Sexualdelikte für schuldig befunden. Die Geschworenen empfahlen am 11. August 1989 die Todesstrafe, das Gericht verkündete das formelle Todesurteil am 29. November 1989.

Nachwirkungen

Der kalifornische Oberste Gerichtshof bestätigte das Urteil am 10. August 2000. Randy Kraft bestreitet weiterhin sämtliche Vorwürfe und ist in Kalifornien inhaftiert. Vollstreckt wurde das Todesurteil bislang nicht.

Die Presse verwendete den Beinamen „Freeway Killer” zugleich für William Bonin, obwohl beide Männer unabhängig voneinander handelten.

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