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Ramil Safarov

Ramil Safarov bei einer öffentlichen Veranstaltung in Aserbaidschan im Jahr 2012
Voice of America, via Wikimedia Commons · Public Domain
1
Opfer
frei
AttentäterBudapest , Ungarn
Aktive Jahre
2004
Modus Operandi
Axt

Ramil Safarov wurde 1977 in der aserbaidschanischen Stadt Jabrayil geboren und diente als Leutnant der aserbaidschanischen Armee. Am 19. Februar 2004 erschlug er während eines NATO-Sprachlehrgangs in Budapest im Schlaf den armenischen Leutnant Gurgen Margaryan mit einer Axt. Der Fall, 2012 durch seine Überstellung nach Aserbaidschan und die dortige sofortige Begnadigung neu entfacht, gilt bis heute als einer der größten diplomatischen Skandale im Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um Berg-Karabach.

Werdegang

Über seine Kindheit ist wenig bekannt, seine Heimatregion um Jabrayil war vom Krieg um Berg-Karabach zwischen Armenien und Aserbaidschan in den 1990er Jahren unmittelbar betroffen. Als Berufsoffizier nahm er 2004 an einem dreimonatigen Englischkurs im Rahmen des NATO-Programms „Partnership for Peace“ in Budapest teil, an dem auch Offiziere anderer Teilnehmerstaaten, darunter Armenien, ausgebildet wurden.

Die Tat

In der Nacht zum 19. Februar 2004, gegen fünf Uhr morgens, drang er mit einer Axt und einem Messer in das Zimmer eines schlafenden armenischen Kursteilnehmers ein und tötete ihn durch mehrere Hiebe gegen Kopf und Hals so brutal, dass der Kopf des Opfers laut ermittelnden Beamten praktisch vom Körper abgetrennt wurde. Anschließend versuchte er, in das Zimmer eines zweiten armenischen Offiziers einzudringen, der die Tür jedoch rechtzeitig verriegeln konnte und unverletzt blieb. Als Motiv nannte er später den anhaltenden Hass auf Armenier im Zusammenhang mit dem Krieg um Berg-Karabach.

Festnahme und Prozess

Noch am Tattag wurde er festgenommen. Ein ungarisches Gericht verurteilte ihn am 13. April 2006 wegen vorsätzlichen Mordes zu lebenslanger Haft mit einer Mindestverbüßungsdauer von 30 Jahren.

Überstellung, Begnadigung und internationale Reaktionen

Am 31. August 2012 wurde er im Rahmen eines Abkommens über die Überstellung verurteilter Straftäter von Ungarn an Aserbaidschan ausgeliefert. Entgegen der von ungarischer Seite erwarteten Fortsetzung der Haft wurde er noch am selben Tag durch den aserbaidschanischen Präsidenten begnadigt, zum Major befördert, mit Nachzahlungen für die Haftjahre sowie einer Wohnung in Baku bedacht und öffentlich als Held gefeiert. International löste das scharfe Kritik aus: Armenien brach die diplomatischen Beziehungen zu Ungarn zeitweise ab, Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International warfen der aserbaidschanischen Führung vor, mit der Begnadigung Gewalt gegen Armenier gesellschaftlich zu legitimieren. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte stellte 2020 fest, dass Aserbaidschan mit seiner Freilassung gegen die Europäische Menschenrechtskonvention verstoßen habe.

Nachwirkungen

Er lebt seither frei in Aserbaidschan und wird in staatsnahen und nationalistischen Kreisen weiterhin als Symbolfigur verehrt. Der Fall bleibt einer der prägendsten Belege für die bis heute ungelöste Feindschaft zwischen Armenien und Aserbaidschan im Schatten des Kriegs um Berg-Karabach.