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Rahan Arshad

All Saints Church im Stadtteil Cheadle Hulme bei Stockport, wo Rahan Arshad 2006 seine Familie tötete
Keith Williamson / Geograph Britain and Ireland / Wikimedia Commons · CC BY-SA 2.0
4
Opfer
inhaftiert
MassenmörderCheadle Hulme , Großbritannien
Aktive Jahre
2006
Modus Operandi
Stumpfe Gewalt

Fast einen Monat lang klingelte in einem ruhigen Vorort von Stockport niemand an einer bestimmten Haustür, obwohl dahinter eine ganze Familie tot war. Als Nachbarn im August 2006 endlich Verdacht schöpften und die Polizei rief, war der Ehemann und Vater längst über Thailand untergetaucht, seine eigene Tat wollte er offenbar aussitzen.

Werdegang

Rahan Arshad wurde 1970 geboren und lebte mit seiner Frau Uzma und den drei gemeinsamen Kindern in einem Einfamilienhaus in der Turves Road im Stadtteil Cheadle Hulme bei Stockport, Greater Manchester. Nach außen wirkte die Familie unauffällig, im Inneren jedoch zerbrach die Ehe: Er entdeckte, dass seine Frau eine Affäre hatte, und konnte oder wollte diese Kränkung nicht verwinden.

Die Tat

In der Nacht zum 28. Juli 2006 griff er zu einem Rounders-Schläger, einem britischen Sportgerät, das einem kleinen Baseballschläger ähnelt, und schlug im Schlafzimmer mehr als 23-mal auf seine schlafende Frau ein. Danach trieb er die drei Kinder, elf, acht und sechs Jahre alt, ins gemeinsame Spielzimmer und erschlug auch sie. Anschließend verließ er das Haus, ohne die Taten zu melden, und reiste aus dem Land aus.

Ermittlung und Festnahme

Weil die Familie plötzlich unauffindbar war, wandten sich Angehörige erst nach Wochen an die Polizei. Als Beamte am 20. August 2006 das Haus betraten, waren die vier Leichen bereits stark verwest, ihre Identifizierung gelang nur noch anhand von Zahnunterlagen. Zehn Tage später, am 30. August 2006, wurde er in Thailand aufgegriffen. Er kehrte freiwillig nach Großbritannien zurück, statt sich einer Auslieferung zu widersetzen.

Prozess

Vor dem Manchester Crown Court wurde er wegen des vierfachen Mordes an seiner Frau und den drei Kindern für schuldig befunden. Der zuständige Richter verhängte eine lebenslange Freiheitsstrafe und stellte unmissverständlich klar, dass in seinem Fall „lebenslang” tatsächlich lebenslang bedeute, eine Formulierung, die in der britischen Presse breit zitiert wurde.

Nachwirkungen

Der Fall zählt zu den prägenden Familientragödien Großbritanniens der 2000er Jahre und wurde später in der BBC-Dokumentation „Honour Kills” aufgearbeitet, die sich mit häuslicher Gewalt und deren oft übersehenen Warnzeichen befasst. Rahan Arshad sitzt bis heute ohne Aussicht auf vorzeitige Entlassung in Haft.