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Phantom Killer of Texarkana

Das United States Post Office and Courthouse in Texarkana, das direkt auf der Grenze zwischen Texas und Arkansas steht
DisClever, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0
4
Opfer
SerienmörderTexarkana , USA
Aktive Jahre
1946

Zwei Doppelangriffe mit derselben Waffengattung töteten im Frühjahr 1946 vier junge Menschen nahe Texarkana. Ein dritter Angriff verletzte zuvor zwei Menschen. Der spätere Mord an Virgil Starks wird der Serie häufig zugerechnet, obwohl eine andere Waffe verwendet wurde und die Verbindung umstritten blieb. Der FBI Vault macht mehr als tausend Seiten Ermittlungsakten zugänglich, die Identität des Täters ist dennoch ungeklärt.

Die Taten

Am 22. Februar 1946 überfiel ein maskierter Mann Jimmy Hollis (25) und Mary Jeanne Larey (19) an einer abgelegenen Straße. Er schlug Jimmy Hollis mit einer Pistole nieder und griff Mary Jeanne Larey sexuell an, beide überlebten. Am 24. März wurden Richard Griffin (29) und Polly Ann Moore (17) erschossen in einem Auto gefunden. Am 14. April tötete der Täter Paul Martin (16) und Betty Jo Booker (15) mit einer Waffe desselben Kalibers. Am 3. Mai schoss ein Angreifer durch das Fenster eines Farmhauses auf Virgil Starks (37) und dessen Frau Katie Starks (36). Virgil Starks starb, Katie Starks überlebte. Die Encyclopedia of Arkansas nennt ähnliche Reifenspuren, aber auch die abweichende Waffe dieses letzten Angriffs.

Ermittlung

An der Fahndung beteiligten sich neben der lokalen Polizei auch die Texas Rangers unter Captain Manuel „Lone Wolf” Gonzaullas, die Arkansas State Police und das FBI. Über 200 Verdächtige wurden befragt, Beamte legten als vermeintliche Liebespaare getarnte Fallen an abgelegenen Straßen aus, Straßensperren und Suchhunde kamen zum Einsatz. Trotz eines Kopfgelds von mehr als 10.000 Dollar und hunderter Hinweise gelang keine Festnahme, die zu einer Anklage führte.

Hauptverdächtiger

Der vorbestrafte Kleinkriminelle Youell Swinney geriet im Juli 1946 im Zuge einer Autodiebstahlsermittlung ins Visier der Polizei. Seine Frau Peggy belastete ihn gegenüber Ermittlern mit Detailwissen über die Taten, darunter Angaben zum Verbleib gestohlener Gegenstände der Opfer, widerrief ihre Aussage jedoch später und machte vor Gericht von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch. Ohne ihre Zeugenaussage reichte die Beweislage, darunter ein Hemd mit der Wäschereimarkierung „STARK” in seiner Unterkunft, nicht für eine Mordanklage. Er wurde stattdessen als Wiederholungstäter wegen Autodiebstahls verurteilt und verbrachte den Großteil der folgenden Jahrzehnte in Haft, bis zu seiner Entlassung 1973. Zwei der damals leitenden Ermittler äußerten sich später öffentlich überzeugt von seiner Täterschaft. Youell Swinney starb 1994, ohne je wegen der Morde angeklagt worden zu sein.

Warum der Fall ungelöst blieb

Ohne die Aussage von Peggy Swinney fehlte den Ermittlern ein entscheidender Baustein für eine Anklage, forensische Methoden der 1940er Jahre erlaubten zudem keine zweifelsfreie Zuordnung der Spuren. Nach dem Angriff auf das Ehepaar Starks endete die bekannte Folge. Dass Youell Swinneys Festnahme wenige Wochen später zeitlich dazu passt, beweist weder seine Täterschaft noch die Verbindung des Starks-Angriffs mit den vorausgegangenen Taten.

Nachwirkungen

Der Fall prägte über Generationen die lokale Folklore Texarkanas, in der bis heute jährlich zum Jahrestag der Morde vor nächtlichen Spaziergängen an einsamen Orten gewarnt wird. Der Kinofilm „The Town That Dreaded Sundown” von 1976 und dessen gleichnamiges Remake von 2014 machten den Fall bundesweit bekannt und verfestigten den Beinamen „Phantom Killer” endgültig in der amerikanischen Popkultur.

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