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Petr Zelenka

genannt „Heparinový vrah"

Der Hauptplatz von Havlíčkův Brod, in dessen Krankenhaus sich die betroffene Intensivstation befand
Txllxt TxllxT, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0
7
Opfer
„Heparinový vrah"
inhaftiert
SerienmörderHavlíčkův Brod , Tschechien
Aktive Jahre
2006
Modus Operandi
Vergiftung

Siebzehn wehrlose Intensivpatienten erhielten 2006 ohne medizinischen Grund Heparin, sieben starben. Die anonymisierte Entscheidung des Prager Obergerichts bestätigt, dass Petr Zelenka zehn weitere Menschen zu töten versuchte und dafür lebenslang in Haft kam. Der am 27. Februar 1976 in Jihlava geborene Krankenpfleger arbeitete seit 1998 im Krankenhaus von Havlíčkův Brod.

Werdegang

Über seine Kindheit und Ausbildung ist wenig bekannt. Kollegen beschrieben ihn als unauffälligen, seit Jahren erfahrenen Pfleger auf der Intensivstation, dem niemand die Taten zugetraut hätte.

Die Taten

Zwischen Mai und September 2006 verabreichte er wiederholt bewusstlosen oder sedierten Patienten der Intensivstation mindestens fünf Milliliter Heparin ohne ärztliche Anordnung. Das Medikament verdünnte ihr Blut und löste schwere Blutungen aus. Nach den Feststellungen des Berufungsgerichts suchte er die Erregung durch die gefährliche Situation und die anschließenden Rettungsmaßnahmen des Personals.

Ermittlung und Festnahme

Der leitende Oberarzt der Station bemerkte im Herbst 2006 eine auffällig hohe Zahl ungeklärter innerer Blutungen, die sich mit seinen Dienstzeiten deckte, und stieß damit interne Ermittlungen an. Er wurde im September 2006 vom Dienst freigestellt und am 1. Dezember 2006 festgenommen.

Prozess

Der Prozess vor dem Regionalgericht Hradec Králové begann im Januar 2008. Er legte zunächst ein Geständnis zu fünf Morden ab, widerrief dieses jedoch später mit der Behauptung, die Polizei habe ihn zur Unterschrift gezwungen. Am 21. Februar 2008 verurteilte ihn das Gericht wegen siebenfachen Mordes und zehnfachen Mordversuchs zu lebenslanger Haft. Das Prager Obergericht bestätigte die lebenslange Strafe am 11. Juni 2008 rechtskräftig und fasste die gleichartig begangenen Angriffe rechtlich zu einem fortgesetzten Mordversuch an 17 Menschen zusammen.

Nachwirkungen

Der Fall gilt bis heute als einer der schwerwiegendsten Fälle eines tötenden Klinikmitarbeiters in der Geschichte Tschechiens nach 1989 und diente als Vorlage für den Spielfilm „Hodinu nevíš…“ (2009). Ähnlich gelagerte Fälle tötender Pflegekräfte gab es auch anderswo, darunter der weitaus größere Fall des deutschen Krankenpflegers Niels Högel. Er verbüßt seine lebenslange Haftstrafe weiterhin, sämtliche Rechtsmittel blieben erfolglos.