Peter Tobin
- Aktive Jahre
- 1991–2006
- Modus Operandi
- ErwürgenVergewaltigung
Sechzehn Jahre nach dem Verschwinden zweier junger Frauen fanden Ermittler ihre sterblichen Überreste im Garten eines Hauses, das Peter Tobin 1991 bewohnt hatte. Zu diesem Zeitpunkt saß er bereits wegen des Mordes an Angelika Kluk in Haft. Eine amtliche schottische Untersuchung zu seinem Tod hält die drei Mordverurteilungen von 2007, 2008 und 2009 fest; der zeitweise geäußerte Verdacht im ungeklärten Fall „Bible John” bestätigte sich nicht.
Werdegang
Als jüngstes von acht Kindern galt er bereits als Siebenjähriger als schwer erziehbar und wurde in eine Besserungsanstalt eingewiesen. Als junger Mann trat er der Fremdenlegion bei, desertierte jedoch und verbüßte mehrere Haftstrafen wegen Einbruchs und Urkundenfälschung. Er war insgesamt dreimal verheiratet und arbeitete zeitweise als Hilfsarbeiter.
Frühere Verurteilung
Am 4. August 1993 zwang er zwei 14-jährige Mädchen in seiner Wohnung zum Alkoholkonsum, vergewaltigte sie und stach auf eines von ihnen ein. Beide Mädchen überlebten. 1994 wurde er dafür zu 14 Jahren Haft verurteilt und 2004 entlassen.
Die drei Morde
Vicky Hamilton (15) verschwand am 10. Februar 1991 nach einem Ausflug, ihre sterblichen Überreste wurden erst 2007 im Garten eines früheren Wohnhauses von ihm in Margate, Kent, gefunden. Dinah McNicol (18) verschwand am 5. August 1991 während einer Anhalterfahrt, ihre Überreste wurden ebenfalls 2007 in Margate entdeckt. Angelika Kluk (23), eine polnische Studentin, die als Reinigungskraft im Pfarrhaus der St.-Patrick’s-Kirche in Glasgow arbeitete, wurde am 24. September 2006 zuletzt in seiner Begleitung gesehen. Ihre Leiche wurde unter dem Kirchenboden versteckt.
Ermittlung und Prozesse
Die Entdeckung von Angelika Kluks Leiche führte zu seiner Festnahme und 2007 zu einer lebenslangen Haftstrafe. Die anschließende landesweite Ermittlung „Operation Anagram” verband ihn mit den Morden an Hamilton und McNicol, wofür er 2008 und 2009 jeweils zu weiteren lebenslangen Haftstrafen verurteilt wurde. Insgesamt erhielt er Mindeststrafen von 30 Jahren.
Der Bible-John-Verdacht
Wegen Ähnlichkeiten in seinem Vorgehen und seinen bekannten Aufenthaltsorten spekulierten Ermittler zeitweise, er könne mit dem bis heute unidentifizierten Serienmörder „Bible John” identisch sein, der Ende der 1960er-Jahre in Glasgow mehrere Frauen getötet hatte. DNA-Abgleiche und Alibi-Nachweise schlossen ihn später als Verdächtigen aus.
Tod
Er starb am 8. Oktober 2022 im Alter von 76 Jahren in Edinburgh. Seine Asche wurde wenige Tage später ins Meer gestreut.
Nachwirkungen
Der Fall zeigte, wie lange ein mehrfach vorbestrafter Sexualstraftäter trotz einschlägiger Vorgeschichte unbehelligt bleiben kann, und führte in Schottland zu einer verschärften Debatte über die Überwachung entlassener Sexualstraftäter.